Spült das Solebad jetzt auch mehr Geld in die Kassen der Werner Geschäftsleute?

hzSolebad als Kundenmagnet

Vom neuen Solebad haben sich die Werner Händler viel versprochen. Vor allem mehr Kundschaft. Daher rührten sie auch selbst die Werbetrommel fürs Bad. Klingeln jetzt auch bei ihnen die Kassen?

Werne

, 18.07.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schließung des Solebads war für die Werner Geschäftsleute ein derber Rückschlag. Denn mit den Badbesuchern blieb auch ein Teil der Kundschaft aus – vor allem die Laufkundschaft. Klar, dass mit der Eröffnung des neuen Bads auch die Hoffnung auf klingelnde Kassen stieg.

Doch wie ist es nun, da das Bad doch immerhin schon seit drei Monaten geöffnet hat? „Wir merken davon bislang noch nichts. Früher kamen die Leute gezielt aus dem Bad zu uns. Seit der Eröffnung ist das aber nicht verstärkt der Fall. Vielleicht liegt das auch daran, dass es jetzt direkt im Solebad eine Gastronomie gibt“, sagt Andreas Nozar, Inhaber des Stilvoll im Rathaus. Dennoch verspreche er sich nach wie vor viel vom neuen Bad. „Es sollte ein Magnet für die Innenstadt sein. Vielleicht passiert das ja noch.“

Gutes Feedback fürs Bad – und die Hoffnung auf mehr Kundschaft

Ähnlich ist die Situation bei Peter Budde von Juwelier Bleckmann. Mehr Laufkundschaft von außerhalb? Bislang Fehlanzeige: „Aber wir haben natürlich die Hoffnung, dass es sich irgendwann bemerkbar macht.“

In Christof Schmersträters Modeladen ist das neue Bad immerhin schon Thema bei den Kunden – wenngleich auch er keinen echten Zuwachs verzeichnen kann. „Wir bekommen zumindest positive Rückmeldungen von unseren Kunden, was das Bad betrifft. Die meisten finden, dass es wirklich schön geworden ist.“

Warten auf die Erfolgswelle

Bei manchen Geschäftsleuten ist ein positiver Effekt jedoch bereits spürbar. Zum Beispiel bei Clemens Overmann. In seinen Lebensmittelladen kämen definitiv mehr Kunden als zuvor: „Nachdem das alte Bad geschlossen hatte, hatten wir bestimmt 15 Prozent weniger Kundschaft.“ Nun spüre man, dass es wieder bergauf gehe. „Die Durststrecke haben wir wohl hinter uns. Und mit der Freibaderöffnung wird es jetzt bestimmt noch weiter nach oben gehen“, so Overmann.

Sven Leenders von Leenders-Moden hat ebenfalls Grund zur Freude: „Wir merken definitiv einen stärkeren Kundenandrang. Viele unserer Kunden kommen von außerhalb und von denen haben wir zum Teil auch schon gehört, dass sie eigentlich wegen des Solebads hier sind. Es wird aber mit Sicherheit noch ein Jahr dauern, bis sich am Bad alles eingespielt und etabliert hat.“

Wäscht jetzt eine Hand die andere?

Auch Hubertus Waterhues, Inhaber von Bücher Beckmann und zugleich Vorstandsmitglied der Aktionsgemeinschaft „Wir für Werne“, mahnt zur Geduld: „Es ist noch zu früh, das alles zu beurteilen. Das Solebad muss jetzt erst mal die kleinen Baustellen, die noch da sind, schließen. Und dann werden wir nach den Sommerferien sicherlich mal zu einer Zwischenbilanz zusammenkommen.“

Thema wird dann voraussichtlich auch sein, inwiefern sich das Bad für den Einsatz der Werner Geschäftsleute revanchiert. Schließlich hatten sie im Vorfeld der Baderöffnung ordentlich die Werbetrommel für das neue Bad gerührt – von Schaufensterdeko über Flyer bis hin zur Soletaler-Aktion. Klar, dass man jetzt im Gegenzug auf Unterstützung des Bads hofft.

Begrenzte Möglichkeiten

Und die soll es auch geben, wie Frank Gründken, Leiter des Bäderbetriebs, auf Anfrage unserer Redaktion versichert. Konkret in Form einer Monitorbespielung im Eingangsbereich. Auf denen sind aktuell noch Infos zum Bad zu lesen – etwa Hinweise auf die Zeiten für Vereins- und Schulschwimmen. „Wir werden den Geschäftsleuten bald aber die Möglichkeit geben, auf den Monitoren zu werben. Für eine Zeit lang wird das auch kostenfrei möglich sein“, so Gründken.

Die Werbemöglichkeiten für die Händler dürften sich jedoch auf das digitale Angebot beschränken – auch wenn das nicht allen Geschäftsleuten schmeckt. Flyer oder Aufsteller soll es nicht geben. „Solche Dinge machen letztlich den Gesamteindruck des Bads kaputt. Es sind Störer, die wir nach Möglichkeit vermeiden wollen“, so Gründken weiter.

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