Feuerwehr und Coronavirus

Spätes Impfangebot an Feuerwehrkräfte: Wehr nach Impfungen erleichtert

Ende April hatte der Kreis Unna mitgeteilt, dass die Rettungskräfte im Kreis weitreichend geimpft worden seien. Viele Kräfte der Feuerwehr Werne aber waren es weitgehend noch nicht.
In diesem Wagen hatte der Vater seinen 1,5 Jahre alten Jungen aus Versehen eingesperrt. © Feuerwehr Werne

Zu 158 Einsätzen sind die ehrenamtlichen Feuerwehrleute aus Werne in diesem Jahr schon ausgerückt. Allein im Jahr 2020 waren es 444 Einsätze. Bei der Priorisierung von Impfdosen waren die rund 150 aktiven Feuerwehrkameradinnen und Kameraden allerdings nicht als bevorzugte Gruppe eingeordnet.

„Im Einsatzfall treffen unsere ehrenamtlichen Feuerwehrleute ebenso wie Polizisten und Sanitäter auf Mitmenschen in Not. Einsätze sind oft hektisch und es muss schnell gehen. Nicht immer können die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden und die Ehrenamtlichen haben an der Einsatzstelle oft den ersten Kontakt zu potentiell mit Corona infizierten Menschen“, heißt es von der Freiwilligen Feuerwehr Werne in einer Pressemitteilung.

Quarantäne als Herausforderung für die Einsatzbereitschaft

„Sei es bei einem Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person in einem zerstörten Auto oder bei der Rettung eines Menschen über den Drehleiterkorb. Ebenso bei Türöffnungen für den Rettungsdienst in beengten Treppenhäusern oder den sogenannten Tragehilfen.“ Die operativen Einsatzkräfte seien besonders gefährdet, doch nicht alle seien bei den Impfungen als bevorzugte Gruppe eingeordnet gewesen. „Am Karsamstag den 3. April, konnten 22 Einsatzkräfte über die Stadt Werne eine Erstimpfung erhalten.“

Eine flächendeckende Impfung der freiwilligen Rettungskräfte im Werner Stadtgebiet wäre zwar wünschenswert gewesen, aber wegen der noch knappen Impfstoff-Kontingente sei dies damals schwierig gewesen. Für die Feuerwehrangehörigen selbst habe die Sorge um schwere Krankheitsverläufe bei sich und ihren Familien oft im Mittelpunkt gestanden.

Für die Einsatzbereitschaft einer Freiwilligen Feuerwehr selbst sei eine angeordnete Isolationen bei Erkrankten oder Kontaktpersonen unter ihren Mitgliedern sehr kritisch zu sehen. Dies könne zu einer massiven Beeinträchtigung der von der Bezirksregierung in Arnsberg erwarteten Hilfsfristen führen oder sogar eine Gefährdung der gesamten Einsatzbereitschaft einer Freiwilligen Feuerwehr zur Folge haben, so die Feuerwehr.

„Bei der Impf-Priorisierung des Bundes sah dieser die ehrenamtlichen Kräfte bisher nicht an wichtigster Stelle.“ In vielen Werner Nachbarstädten und Kreisen seien die ehrenamtliche Brandbekämpfer bis Mitte April bereits vollständig geimpft worden. Nachdem der Kreis Unna am 23. April gemeldet habe, dass Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr nun weitgehend geimpft wären und übergebliebene Restbestände über eine Restebörse verteilt werden würden, meldete die Freiwillige Feuerwehr Werne jedoch nochmal aktiv Bedarf an.

Feuerwehr wurde mittels kurzfristiger Restmengen geimpft

„Die Stadt Werne und der Kreis Unna stellten daraufhin einen Impfplan für die Freiwillige Feuerwehr Werne auf. Stand 8. Mai 2021 konnte bisher jeder der 150 Einsatzkräfte mindestens ein Impfangebot unterbreitet werden. In Summe 22 Einsatzkräfte haben bereits die zweite und damit die letzte Impfung erhalten. Die Planungen lassen darauf schließen, dass bis zum 19. Juni die Impfungen der Einsatzkräfte abgeschlossen werden können“, heißt es weiter.

Aufgrund kurzfristiger Angebote von Restmengen im Impfzentrum des Kreises Unna und der schnellen Reaktionszeit der Ehrenamtlichen, hätten so binnen weniger Wochen alle übrigen Kameradinnen und Kameraden mindestens einmal geimpft werden können.

Neben dieser Erhöhung der Sicherheit jeder einzelnen Einsatzkraft blieben jedoch weiterhin eine Vielzahl von weiteren Sicherheitsmechanismen in Kraft. Ein Grundlehrgang werde als Pilotprojekt mit einer fast Eins-zu-Eins-Betreuung unter den Hygienemaßnahmen durchgeführt. Reduzierte Sitze in den Einsatzfahrzeugen blieben ebenso wie das Hygienekonzept in den Gebäuden der Feuerwehr aktiv. Übungs- und Sitzungsabende würden auch weiterhin online ohne eine körperliche Präsenz durchgeführt. „Dies alles nehmen unsere Einsatzkräfte in Kauf, um für die Menschen der Stadt Werne einsatzfähig zu bleiben.“

Lesen Sie jetzt