Spargel wird dünner: So reagieren die Spargelbauern in Werne auf die Hitze-Folgen von 2018

hzSorgen der Landwirtschaft

Kurz vor dem Ende der Spargelsaison am 24. Juni ziehen die Spargelbauern in NRW Bilanz. Das Fazit: Der Spargel wird immer dünner ob des Hitze-Sommers 2018. Das sagen die Werner Landwirte.

Werne

, 15.06.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stangen werden immer dünner: Das ist das Fazit der Spargelbauern in Nordrhein-Westfalen kurz vor dem Ende der Spargelsaison traditionell am 24. Juni. Der überwiegend dünne Spargel ist Folge des Ausnahmesommers 2018 mit einer langen Trockenperiode. Das hat Auswirkungen auf die Erntemenge und eben auf die Beschaffenheit des Edelgemüses.

Denn: Für einen Kilo Spargel müssen deutlich mehr Stangen geerntet werden.

Das gilt auch für die Werner Spargelbauern. „Wir brauchen ungefähr die doppelte Menge, um ein Kilo Spargel zusammenzubekommen“, erklärt Thorsten Bleckmann vom gleichnamigen Hof in Werne.

Mehr Spargel in der zweiten Sortierung

Der Landwirt rechnet in diesem Jahr mit 30 Prozent weniger dickem Spargel. Das heißt: Deutlich mehr Stangen gehen in diesem Jahr in die zweite Sortierung (dünner Spargel mit einem Durchmesser von maximal 16 Millimetern). Um hier auf eine gewünschte Menge zu kommen, bedarf es nun eines deutlich höheren Aufwandes.

Der Spargel bleibt in diesem Jahr dünner, weil er aufgrund der trockenen Zeit im vergangenen Sommer nach der Saison keinen grünen Busch bilden konnte. Daraus zieht das Edelgemüse die Energie für die kommende Saison. Viele Landwirte haben deshalb ihre Felder zusätzlich bewässert, um möglichst geringe Ernte-Einbußen zu verzeichnen.

Spargel wird dünner: So reagieren die Spargelbauern in Werne auf die Hitze-Folgen von 2018

Thorsten Bleckmann verzeichnet in diesem Jahr deutlich mehr dünne Spargelstangen. © Helga Felgenträger (A)

Dicke Spargelstangen bei Kunden beliebter

Die Krux an den dünnen Stangen: „Mehr Kunden möchten dicke Spargelstangen haben. Sie sind auch bereit, mehr Geld dafür zu bezahlen“, sagt Bleckmann. Im Direktverkauf versuchen er, seine Frau Claudia und das Verkaufsteam, aufzuklären.

„Die Kunden zeigen Verständnis und kaufen dann auch den dünnen Spargel ein. Aber im Supermarkt, wo es vielleicht nicht die Beratung gibt, bleibt der dünne Spargel vielleicht eher liegen“, sagt der 47-Jährige.

Insgesamt sei er aber bislang mit dem Verkauf zufrieden. Obwohl Thorsten Bleckmann seine vier Hektar großen Spargelfelder im vergangenen Jahr nicht bewässert hat, hat er keine nennenswerten Verluste zu verzeichnen.

Zusätzliches Bewässern kostet viel Geld

Sein Kollege Johannes Laurenz vom Hof Schulze Blasum hingegen hat im Ausnahmesommer 2018 ganz bewusst zusätzlich bewässert. Nach eigenen Angaben hat er dafür 10.000 Euro Mehrkosten verzeichnet. „Wasser ist der wichtigste Dünger“, sagt Laurenz.

Da die Spargelwurzeln bis zu zwei Meter tief in die Erde ragen können, sei eine Bewässerung alle paar Wochen nötig gewesen. „Da die Wurzeln so tief in die Erde gehen und die Wurzeln im Prinzip dem Wasser hinterherwachsen, ist das auch für die kommenden Jahre besser“, erklärt der Landwirt.

Spargel wird dünner: So reagieren die Spargelbauern in Werne auf die Hitze-Folgen von 2018

Johannes Lauzenz vom Hof Schulze Blasum hat im Ausnahmesommer 2018 seinen Spargel extra bewässert. So hat er keine größeren Probleme mit zu dünnen Spargelstangen, wie er erzählt. © Helga Felgenträger (A)

Verhaltener Start in die Spargelsaison

Er habe aufgrund der Bewässerung keine großen Probleme mit verstärkt dünnen Spargelstangen in diesem Jahr, berichtet er. Insgesamt zeigt sich der 34-Jährige mit der aktuellen Spargelsaison zufrieden. Als die Direktvermarktung über den eigenen Hofladen anfangs schleppend anlief, habe er „starke Selbstzweifel“ gehabt, wie er einräumt.

Neben dem Direktverkauf geht sein Spargel vom Hof Schulze Blasum auch in den Handel. Mit deutlichen finanziellen Einbußen.„Da geht es aber vor allem darum, Übermengen zu verkaufen. Da reden wir über Margen im Centbereich. Am meisten verdienen wir in der Direktvermarktung“, erklärt Laurenz.

Mit besserem Wetter wird der Verkauf angekurbelt

Doch viele Kunden greifen weiterhin auf Spargel aus dem Supermarkt zurück. „Diese Preise kann ich nicht mitgehen. Denn ich habe deutlich höhere Personalkosten“, sagt Laurenz.

Der Spargelbauer kann sich über die Saison dennoch nicht beklagen. Denn mit besserem Wetter wurde der Spargel-Verkauf auch gleich besser.

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