„Vorsitzende zu häufig verbrannt“ - Das sagen die SPD-Ortsvereine zur Nahles-Nachfolge

hzSPD Werne und Ascheberg

Andrea Nahles ist als SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende zurückgetreten. Ein Trio soll die SPD zunächst führen. Die Ortsverbände unterstützen das, doch stehen vor vielen Fragezeichen.

Werne, Ascheberg

, 03.06.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Andrea Nahles hat einen Schlussstrich unter ihre Zeit als SPD-Partei- und Fraktionsvorsitzende gezogen. Sie ist am Sonntag zurückgetreten und hinterlässt eine Lücke, die ein Trio vorübergehend schließt.

Die Ministerpräsidentinnen Manuela Schwesig und Malu Dreyer sollen es zusammen mit Thorsten Schäfer-Gümbel kommissarisch richten. „Das war ein turbulentes Wochenende“, sagt Johannes Waldmann, SPD-Ortsvereinsvorsitzender in Ascheberg.

Waldmann: „Es muss sich etwas ändern“

„Wir haben unsere Vorsitzenden zu häufig verbrannt, es muss sich was ändern“, so Waldmann. „Wir müssen ihn zukünftig besser schützen, damit wir nicht weiter jährlich einen neuen Vorsitz benötigen.“ Einen ersten Schritt sei man nun aus seiner Sicht gegangen.

„Ich bin froh, dass es keinen Schnellschuss nach dem alten Schema gibt: Einer hört auf, der Nächste wird präsentiert“, so Waldmann. Ähnlich sieht es auch Siegfried Scholz, Vorsitzender des SPD-Stadtverbands in Werne. Doch eine Bewertung der Situation wage er nicht.

Scholz vorsichtig, Waldmann mit klaren Vorstellungen

„Lassen wir die Genossen in Berlin erst einmal in Ruhe und schauen dann, was an der Basis passiert“, so Scholz vorsichtig. Er könne aktuell nicht einschätzen, welche Möglichkeiten und Optionen sich auf Bundesebene ergeben.

Etwas präzisere Vorstellungen hat sein Ascheberger Genosse. „Wir müssen jetzt Sollbruchstellen in der großen Koalition finden“, so Waldmann. Themen wie Klimaschutz, der nicht nur auf Lasten Ärmerer funktioniere, und soziale Gerechtigkeit gelte es mehr herauszuarbeiten.

Grundsätzliche Veränderungen nötig

„Bei all den negativen Dingen können wir sagen, dass wir aus unseren Fehlern gelernt haben“, so Waldmann. Es müssten grundsätzliche Veränderungen her, um sich flächendeckend gut aufzustellen.

Wie will man sich aufstellen, wie will man einen neuen Fraktionsvorsitz wählen und wie viele Vorsitzende soll es geben? Fragen, für die man sich laut Waldmann Zeit nehmen müsse.

Weichen für Kommunalwahl stellen

„Wenn das alles entschieden ist, schauen wir, was wir daraus an der Basis machen können“, fügt Scholz hinzu. Bis das passiert, kann noch einige Zeit vergehen - doch das macht weder Scholz noch Waldmann etwas aus.

Für beide Lokalpolitiker ist wichtig, dass die Weichen für die kommende Kommunalwahl richtiggestellt werden.

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