Professioneller Sprayer am AFG: 500 Farbdosen auf 250 Quadratmeter Turnhallenwand verteilt

hzSprayer am AFG

Dass Jugendliche an Wände sprayen, ist keine Nachricht wert - wohl aber, wenn das Werk 100 Meter lang ist und von der Kunstlehrerin und einem professionellen Sprayer begleitet wird.

Werne

, 19.12.2019, 14:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schmierereien prangten lange Zeit an der Turnhalle des AFG in Werne. Damit ist nun Schluss: Mehrere Monate dauerte es bis zur Fertigstellung des neuen Kunstwerkes, an dem die Schüler mitwirkten.

Oliver Marke (42) sprüht seit zehn Jahren hauptberuflich. Mit seiner Expertise stand er den Schülern zur Seite. Seit den Sommerferien traf er sich jede Woche einmal mit rund 35 Oberstufenschülern, um an dem Großprojekt zu arbeiten.

500 Dosen Farbe verbrauchte die Gruppe dabei - zweimal musste der Künstler Dosen nachbestellen, weil es schwierig sei, für ein Werk von etwa 250 Quadratmetern zu planen.

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Die Idee kam von der Kunstlehrerin Sarah Meier-Böke, die mit den Schülern Spray-Schablonen im Unterricht bastelte. Das gesamte Bild wurde von den Schülern im Kunstunterricht selber entworfen. Markes Aufgabe war es, den Schülern die Handhabung der Spraydosen zu erklären und kleine Fehler wie übersprühte Ränder zu korrigieren.

Professioneller Sprayer am AFG: 500 Farbdosen auf 250 Quadratmeter Turnhallenwand verteilt

Rund 500 Dosen wurden für die drei Turnhallenwände verbraucht. Die vierte Turnhallenwand ist begrünt und braucht daher keinen neuen Anstrich. © Marcel Schürmann

Engagiert hat den Künstler die Jugendhilfe Werne. Mit der arbeitet er schon lange zusammen - durch eine Bekannte bekam er vor langer Zeit den ersten Auftrag in Werne. Seitdem verschönert er alleine Fassaden, gibt Workshops in Jugendzentren und Schulen und sprüht gemeinsam mit den Jugendlichen. Am Jugendzentrum Paradise befindet sich ein weiteres Werk von ihm.

Oliver Marke machte sein Hobby zum Beruf

Aktuell lebt Marke in Coesfeld, doch auch in seiner Heimat, dem Ruhrgebiet, ist er noch aktiv.

Schon in seiner Kindheit malte der Künstler gerne - mit etwa 15 Jahren stieß er auf einen Sozialarbeiter, der ihm das Sprayen beibrachte. Seit rund zehn Jahren kann der 42-Jährige von seiner Kunst leben und hofft, diesen Beruf auch bis ins Rentenalter ausüben zu können.

Professioneller Sprayer am AFG: 500 Farbdosen auf 250 Quadratmeter Turnhallenwand verteilt

Oliver Marke verschönerte die Turnhallenwände am AFG. © Marcel Schürmann

Dass er mit der Schülergruppe des AFG noch einmal zusammen arbeite, sei relativ unwahrscheinlich, obwohl er mit der Leistung der Schüler sehr zufrieden sei. „Manchmal sieht man Teilnehmer in anderen Gruppen wieder. Das AFG wird wohl so bald kein Großprojekt mehr starten“, sagt er. Das Gemälde an der Turnhallenwand war flächenmäßig bislang das größte Kunstwerk, an dem Marke mitgewirkt hat.

Alte Schmierereien wurden übermalt

Unter dem Bild befinden sich noch immer unprofessionelle Schmierereien. Die zu übermalen sei einfach gewesen, erklärt der Künstler. „Sprühfarbe deckt sehr gut. Deshalb kann man auch problemlos noch einmal drüber sprühen, wenn man sich vermalt hat.“ Das größte Problem, das es beim Sprayen geben kann, sei Regen. Dann solange die Wand nass ist, kann man sie nicht bemalen - deshalb habe sich das Projekt etwas in die Länge gezogen. Nun freut sich der Künstler auf seine nächsten Aufträge.

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