In je mehr Corona-Patienten im Krankenhaus liegen, desto mehr Arbeit bedeutet das. Wie etwa das mehrfache Umziehen am Tag wie in dieser Schleuse. © Anne Winkler (A)
Christophorus-Krankenhaus

Sprunghafter Anstieg der Corona-Patienten im Krankenhaus Werne

Die Coronazahlen steigen seit geraumer Zeit stark an. Das merkt jetzt auch das Krankenhaus in Werne. Eigentlich wäre ein sofortiger Besucher-Stopp angesagt, sagt Geschäftsführer Axel Weinand.

Axel Weinand ist Geschäftsführer des Krankenhausverbunds Lünen und Werne. „Wenn Sie mich am Montag nach der Coronalage bei uns gefragt hätten, hätte ich geantwortet ‚entspannt‘“, sagt er auf unsere Anfrage am Mittwochnachmittag (10. November). „Aber jetzt sieht die Lage schon ganz anders aus.“

Denn am Montag verzeichneten beide Häuser erst vier Covid-Patienten. Zwei Tage später, sind es bereits elf. „In Werne liegen fünf Patienten, einer davon auf der Intensivstation.“ Das sei an sich noch problematisch. Allerdings kommen zu dieser Jahreszeit üblicherweise mehr Patienten mit infektiösen Atemwegserkrankungen in die Hospitäler. „Das ist ja nicht neu für uns. Aber dazu kommen nun auch die Covid-Patienten.“ Und deren Zahl wird noch ansteigen, mutmaßt Weinand.

Es kommt was auf das Christophorus-Krankenhaus zu

Denn, das lehrt die Erfahrung, der Anstieg der Infizierten-Zahlen schlägt sich erst mit einer Verzögerung von 10 bis 14 Tagen in der Belegung der Kliniken nieder. Da kommt also noch etwas auf das Christophorus-Krankenhaus zu. Aber Weinand beruhigt. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass wir innerhalb von 72 Stunden auf Notbetrieb umschalten können.“

Eigentlich müsste man jetzt schon in den Häusern reagieren und Personal von anderen Stationen abziehen, um es auf den arbeitsintensiven Covid-Isolier- und den Intensiv-Stationen einzusetzen. Doch da gerät die Krankenhaus-Verwaltung schnell in ein finanzielles Dilemma.

Denn es gibt Pflegepersonal-Untergrenzen, wie Stationen mindestens besetzt sein müssen. Das dient eigentlich dem Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Doch für die Häuser bedeutet dass, das sie hohe Bußgelder zahlen müssen, wenn die Grenzen unterschritten würden. „Eigentlich müssten wir jetzt schon Personal umschichten“, sagt Weinand. Doch die Vorgabe mache das nicht möglich: „Das ist Irrsinn.“

Mit der Perspektive auf steigende Covid-Patienten („Durch die Vorsichtsmaßnahmen verursacht ein Covid-Patient den doppelten bis dreifachen Aufwand“) rückt auch das Thema etwaiger OP-Verschiebungen in den Fokus. „Momentan machen wir das noch nicht“, sagt Weinand. Auch das habe ja den finanziellen Aspekt, dass dann die Erlöse fehlen würden.

Auf die Frage, ob das Werner Krankenhaus nicht wieder einen weitgehenden Besucher-Stopp erlassen müsste, sagt der Geschäftsführer: „Aus medizinischer Sicht ja“. Allerdings gebe es eine Verfügung von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, Besucher so weit wie möglich zuzulassen.

Die Masse der Besucher verhalte sich regelkonform, aber es gebe eben auch Ausnahmen. Wie etwa der Familienbesuch auf der Geriatrie-Station. Ohne Maske und mit Küsschen für den Patienten. Weinand: „Der Patient war vor dem Besuch negativ getestet. Danach positiv.“

Apropos testen. Weinand bietet um Verständnis, dass die zentralen Notaufnahmen aktuell stark belastet sind und es zu Wartezeiten kommen kann. Hintergrund sind die vielen Erkältungskrankheiten, mit denen die Patienten erscheinen und die allesamt auf Covid-Infektionen überprüft werden müssten. „Wir müssen quasi jeden Huster auf Covid abklopfen. Und das dauert seine Zeit.“

Dennoch will Weinand keinen Pessimismus verbreiten. Die Lehren aus den ersten Wellen habe man gezogen und man sei auf die vierte Welle vorbereitet. Ziehharmonika-mäßig könne man in Werne die Bettenzahl für Corona-Kranke ausweiten. Weinand: „Wie haben gute Konzepte ausgearbeitet.“

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