St. Christophorus Gymnasium verzichtet auf Kopfnoten

WERNE Ohne Kopfnoten blieben die Zeugnisse der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums St. Christophorus im vergangenen Halbjahr. Nun ist fraglich, ob die Entscheidung der Schule Konsequenzen nach sich ziehen wird.

von Von Dennis Werner

, 06.02.2008, 07:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
Keine Kopfnoten gab es am Gymnasium St. Christophorus.

Keine Kopfnoten gab es am Gymnasium St. Christophorus.

Die zuständige Bezirksregierung in Arnsberg, die sich über diese Praxis verwundert zeigte, kündigte „Gespräche“ mit der Schulleitung des Gymnasiums an. Auch eine Schule in freier Trägerschaft des Bistums Münster – wie das Gymnasium St. Christophorus – müsse sich an das geltende Landesschulgesetz halten.

„Die rechtliche Seite ist eindeutig“, sagte Jari Wieschmann, Sprecher der Bezirksregierung gestern auf Anfrage. Ob die Zeugnisse nun neu geschrieben und nachträglich um die Kopfnoten erweitert werden müssen, bleibe zu prüfen.

Ministererlass schafft klare Regelung

Beide großen Kirchen hätten als freie Schulträger beim Ministerium angefragt, ob sie von der Regelung ausgenommen seien, so Wieschmann. Ein entsprechender Erlass habe letzte Zweifel ausgeräumt: Auch sie sollten Kopfnoten vergeben. Schließlich müsse die Vergleichbarkeit mit anderen Schulen gegeben sein.

Kopfnoten in diesem Halbjahr

Dass das Werner Gymnasium bewusst auf die Kopfnoten verzichtet hat, bestätigte St. Christophorus-Sprecher Horst Zühlke. Die Schule habe Schülern wie Lehrern mehr Zeit geben wollen, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Für das laufende Halbjahr soll es aber Kopfnoten geben. Dr. Jörgen Vogel, Direktor des Gymnasiums, war wegen eines schulfreien Tages für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Laut Landesschulgesetz sollen die Schulen in NRW das Sozial- und Arbeitsverhalten ihrer Schüler bewerten. „Das Gesetz wurde im August 2007 geändert. Es war den Schulen lange bekannt“, so Jari Wieschmann.

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