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Stadtbücherei stellt Zukunftsplan vor: Bücher sollen weiteren Arbeitsplätzen weichen

Neuer Eingangsbereich

Angebot, Digitalisierung, Treffpunkt: Ist die Stadtbücherei für die Zukunft gewappnet? Ja, aber es gibt viel Optimierungspotenzial, wie das Konzept zeigt. Es bedeutet auch viel Veränderung.

Werne

, 15.11.2018 / Lesedauer: 3 min
Stadtbücherei stellt Zukunftsplan vor: Bücher sollen weiteren Arbeitsplätzen weichen

Ist das der künftige Eingang zur Stadtbücherei? Die Tür, die zum Moormannplatz geht, könnte künftig als Eingang zur Bücherei dienen. Es ist zumindest angedacht in der neuen Bibliotheksstrategie, die die Verantwortlichen der Stadtbücherei vorstellten (v.l.): Marion Gloger, Dietmar Kümer, Youssra Hassani, Büchereileiterin Gerlinde Schürkmann, Silke Deimel und Dezernent Alexander Ruhe. © Andrea Wellerdiek

Blick auf den Status Quo und in die Zukunft: Seit November 2017 haben die Verantwortlichen der Stadtbücherei eine Ist-Analyse durchgeführt. Wo stehen wir jetzt? Wie ist unser Angebot? Wie sind wir im digitalen Bereich aufgestellt? Und was ist gut für Werne?

Solche Fragen haben sich Gerlinde Schürkmann und Marion Gloger von der Stadtbücherei gemeinsam mit den Experten der zuständigen Bezirksregierung Düsseldorf gefragt. „Wir sind hier schon gut aufgestellt. Aber es ist noch eine Optimierung möglich“, sagt Schürkmann. Daraufhin haben sich die Verantwortlichen gemeinsam Konzepte überlegt, die sie in drei Handlungsfelder in der Bibliotheksstrategie 2020 bis 2024 unterteilt haben.

Mehr Besucher als Benutzer

Dabei liegt der Punkt „Dritter Ort, Treffpunkt“ Schürkmann besonders am Herzen, wie sie sagt. Und hier gebe es auch den größten Handlungsbedarf. „Die Bürger leihen die Bücher weniger aus, dafür nutzen sie hier das Angebot. Wir haben 50 Prozent mehr Besucher als Benutzer“, erklärt Schürkmann. Schüler, die sich zur Nachhilfe oder Referatsvorbereitung treffen, sitzen dann neben älteren Bürgern, die hier in Ruhe die Zeitung lesen möchten.

Die Kunden würden sich mehr Arbeitsplätze wünschen, an denen sie sowohl einzeln als auch in Gruppen arbeiten können, erzählt Schürkmann. Diese sollen flexibel gestaltbar sein, sodass sie beispielsweise für Veranstaltungen umgebaut werden können. Für neue Arbeitsplätze müssen allerdings Regale mit Büchern weichen. Deshalb haben die Mitarbeiter der Stadtbücherei seit diesem Jahr mit einer Bestandsaufnahme begonnen.

„Einige Bücher sind richtige Ladenhüter.“
Gerlinde Schürkmann, Büchereileiterin

Das Fazit: Von den knapp 50.000 Büchern müssen und können einige weichen. „Es sind Bücher dabei, die älter als zehn Jahre sind. Andere werden gar nicht mehr ausgeliehen. Das sind richtige Ladenhüter“, erklärt Schürkmann. Auch die Regale, auf denen die Ladenhüter stehen, sollen verschwinden. Einige würden noch aus der Zeit vor dem Umzug in das „Alte Steinhaus“ 1982 stammen, so die Büchereileiterin. „Das merkt man dem Mobiliar an. Einige Böden in den Regalen sind schon rausgebrochen. Die Regale konnten wir bislang durch andere, ältere Regale ersetzen. Der Ersatz ist jetzt aber aufgebraucht“, sagt sie.

Barrierefreier Zugang fehlt

Das Thema Aufenthaltsqualität ist ein großes in der Bibliotheksstrategie. Dazu gehört auch ein neuer Eingangsbereich. „Er sollte nach außen hin offener gestaltet werden. So verdunkelt und versteckt wie der Eingang jetzt ist, ist er nicht ansprechend“, erklärt Schürkmann. Deshalb wünschen sich die Verantwortlichen, dass die vorhandene Tür zum Moormannplatz geöffnet wird.

Dies werde bei der Umstrukturierung des Platzes mit einbezogen, so Alexander Ruhe, Dezernent für Jugend, Familie und Bildung der Stadt. Auch ein barrierefreier Zugang fehlt noch.

Neben den äußerlichen Veränderungen haben die Verantwortlichen die beiden weiteren Handlungsfelder „Bildung und Kultur“ und „Digitale/elektronische Services“ formuliert. Mit dem ersten Punkt verfolgt die Stadtbücherei das Ziel, erster Ansprechpartner für die Sprach- und Leseförderung in der Stadt zu werden.

Dafür sollen Erzieher und Lehrer verstärkt auf das Angebot, das aktualisiert werden soll, hingewiesen werden. Auch eine engere Zusammenarbeit mit dem Familien-Netz ist dafür angepeilt. Neue Angebote wie ein Gutschein für einen kostenlosen Büchereiausweis für Erstklässler sind im Gespräch.

„Das Konzept muss mit dem bestehenden Personal umgesetzt werden.“
Alexander Ruhe, Dezernent für Jugend, Familie und Bildung

Unter dem Punkt „Digitale/elektronische Services“ gehe es vor allem darum, Zugänge zu lizenzierten Datenbanken zu schaffen und digitale Angebote in der Bücherei sichtbarer zu machen.

All die Maßnahmen, die im Konzept aufgelistet sind und zunächst für einen Zeitraum bis 2024 angepeilt sind, sind nur durch die finanzielle Unterstützung durch Fördermittel des Landes umsetzbar, macht Dezernent Alexander Ruhe deutlich.

Etwa einen sechsstelligen Euro-Betrag würde allein die Umgestaltung der Bücherei kosten. Und er sagt auch: „Das Konzept muss mit dem bestehenden Personal umgesetzt werden.“ Bisher sind fünf Mitarbeiter und zwei Auszubildende in der Stadtbücherei beschäftigt. Über die Umsetzung des Konzepts entscheidet die Politik - unter Berücksichtigung der haushalterischen Möglichkeiten.

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