Mehr Individual-Sport

Standort für einen „Outdoor-Sportpark“ in Werne ist gefunden

Die Politik hat einen „Outdoor-Sportpark“ auf den Weg gebracht. Er soll sich vor allem an Individual-Sportler richten. Die SPD will sicherstellen, dass er nicht von Vereinen „okkupiert“ wird.
Der Outdoor-Sportpark könnte auf dem Gelände an AFG-Sporthalle und Beachvolleyball-Feld im Lindert entstehen. © Stadt Werne

Der Schul- und Sportausschuss hat auf seiner Sitzung am Donnerstagabend im Kolpingsaal in Werne die Weichen für einen sogenannten „Outdoor-Sportpark“ gestellt. Der soll eine Ergänzung zu den sportlichen Aktivitäten der Werner im Stadtwald sein. Doch direkt am Wald soll er nun nicht entstehen.

Die Verwaltung stellte auf der Sitzung die ersten Ideen für eine solche Anlage vor. Der favorisierte Standort liegt dabei etwas weiter weg vom Stadtwald, nämlich hinter der Sporthalle des AFG im Lindert. „Wir schlagen vor, diese Anlage im Anschluss an das Beachvolleyball-Feld zu planen“, sagte Norbert Hölscher. Vor allem die gute Einsehbarkeit und die damit verbundene soziale Kontrolle sprächen für diesen Vorschlag. Es gäbe aber auch noch andere Möglichkeiten in unmittelbarer Nähe.

SPD warnt vor zu starker Nutzung durch Vereine

Die SPD, die die Idee zu der Außensportanlage und sie im November in einen offiziellen Antrag gegossen hatte, warnte davor, diese frei zugängliche Anlage zu sehr den Werner Vereinen anzubieten. Dirk Pohl (SPD): „Da sollte nicht zu viel Vereinssport geplant werden. Uns geht es um die individuelle Nutzung.“ Den vorgeschlagenen Standort hält seine Partei für gut.

Neben Standort-Alternativen lieferte die Verwaltung in der Sitzung am Donnerstagabend eine erste, grobe Kostenrechnung. Von Boden- und Fundament-Arbeiten bis zur Anschaffung einer Grund-Geräte-Ausstattung kalkuliert die Verwaltung mit Kosten von rund 115.000 Euro.

Um das finanziell stemmen zu können, beauftragte die Politik die Verwaltung, alles für die Beantragung von Fördermitteln aus dem Landesförderprogramm „Investitionsparkt zur Förderung von Sportstätten“ vorzubereiten. Allerdings konkurriert der Outdoor-Sportpark dort mit anderen Projekten in Werne. Eine endgültige Entscheidung werde daher wohl erst im Betriebsausschuss für den Kommunalbetrieb fallen.

Sportpark kommt wohl zu spät

Dieses Prozedere konterkariert allerdings eine Intention, die die SPD mit ihrer Forderung verband: nämlich in Zeiten der Pandemie mit dem heruntergefahren Vereinssport den Menschen draußen und individuell Sportmöglichkeiten zu bieten.

In dem Antrag der Genossen heißt es: „Die Corona-Pandemie verleiht dem Trend noch einen Extraschub. Denn viele suchen nach Möglichkeiten, im Freien zu trainieren.“ Die gut gemeinte Idee ist jetzt erst einmal in den Mühlen der Bewilligungs-Bürokratie gelandet.

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