Stockumer Friedhof soll barrierefrei werden

Umgestaltung des Geländes

Enge Wege und teilweise starke Gefälle - der Stockumer Friedhof am Werthweg ist für manche der älteren Besucher eine echte Herausforderung. Deshalb gestaltet die Kommune jetzt den Friedhof Stück für Stück um. Das Ziel ist ein barrierefreies Gelände. Bis der gesamte Friedhof umgestaltet ist, wird es allerdings einige Jahrzehnte dauern.

STOCKUM

, 16.06.2016, 16:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ihn stören die engen Wege: Karl-Heinz Lax am Grab seiner Frau auf dem Stockumer Friedhof an der Werthstraße.

Ihn stören die engen Wege: Karl-Heinz Lax am Grab seiner Frau auf dem Stockumer Friedhof an der Werthstraße.

Als der kommunale Friedhof Stockum am Werthweg in den 1970er-Jahren seine heutige Struktur erhielt, fürchteten die Planer Platzmangel in der Zukunft. Sie pressten die Grabfelder zusammen, legten möglichst schmale Wege an, um so Fläche für künftige Gräber vorzuhalten. Welch ein Irrtum. Heutzutage nimmt nicht nur die Zahl der Bestattungen ab. Neue, platzsparende Beerdigungsarten wie Urnen- oder Schlichtgräber haben stark an Bedeutung zugenommen.

Ein Wechsel ist auch bei den Friedhofsbesuchern zu beobachten. Zunehmend ältere Menschen, die auf Rollatoren oder Rollstühle angewiesen sind, besuchen die Ruhestätten. Konsequenz laut Tiefbauamtsleiter Gisbert Bensch: „Wir müssen den Stockumer Friedhof umgestalten. Oberste Priorität hat dabei die Barrierefreiheit.“

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Kommune gleicht Gefälle aus

Im südwestlichen Winkel hat die Kommune damit bereits begonnen, wie Bensch und Frank Adamietz vom Kommunalbetrieb am Mittwochabend, 15. Juni, vor dem Bezirksausschuss Stockum berichteten. Bei den sogenannten Schlicht- oder teilanonymen Gräbern „haben wir die Wege verbreitert und das Gefälle in diesem Frühjahr etwas ausgeglichen“, so Bensch. Frank Adamietz berichtete dem Ausschuss, dass der städtische Haushalt für dieses Jahr Gelder für Planungsleistungen bereitstellt. „Mittel für mögliche Ausbauarbeiten im kommenden Jahr stehen ebenfalls zur Verfügung“, sagte Adamietz.

Das sei auch dringend nötig, meint etwa Karl-Heinz Lax. Er pflegt eines der Gräber an einem schmalen Gang. Doch mehr als der enge Weg stört ihn das knapp bemessene Grabfeld. Das Fußende der Särge reiche bis unter den Gehweg. „Wenn da was absackt, sackt natürlich auch der Weg ab. Das ist eine große Frechheit“, erzürnt er sich.

Komplette Umgestaltung wird Jahrzehnte dauern

Auch Ehepaar Benninghaus empfindet die Enge als unbefriedigend. „Es wäre schon schön, wenn alles etwas großzügiger wäre“, sagt Anneliese Benninghaus. Doch das kann dauern. Bedingt durch die Liegezeiten sei eine Umgestaltung eines Friedhofes „eine Sache von Jahrzehnten“, so Gisbert Bensch. Da, wo es möglich sei, wolle man nach und nach die Barrierefreiheit auf dem Stockumer Friedhof am Werthweg herstellen. UWW-Vertreter Michael Peters gab der Verwaltung im Ausschuss mit auf den Weg, „die allgemeine Pflege und Instandhaltung der Wege“ nicht zu vergessen. Arthur Reichert (FDP) erinnerte an den Horster Friedhof, „den dürfen wir bei diesen Maßnahmen nicht vergessen.“  

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