Petra Wißmann, Nichte Hannah und Hasi freuen sich schon darauf, wenn es im Sommer an den Blühstreifen wieder summt und brummt. © Wißmann
Blühpaten-Aktion

Stockumerin unternimmt konkrete Schritte gegen das Artensterben

Die Landwirte in Werne bieten wieder Blühpatenschaften an und wollen so Lebensraum für Insekten schaffen. Wir haben mit einer Blühpatin gesprochen. Für sie wird so Naturschutz leicht gemacht.

Im letzten Jahr waren sie zu spät dran. In diesem Jahr stand für Petra und Thomas Wißmann aus Werne-Stockum fest: Sie wollen sich an der Aktion „Blühstreifen-Patenschaft 2021″ des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Werne beteiligen. Am Ende sind es sogar zwei Flächen geworden, die das Paar finanziell unterstützt.

Mit dieser Aktion wollen die Landwirte Werne zum Blühen bringen. Für 20 Euro kann jeder Bürger eine Blühstreifen-Patenschaft für 50 Quadratmeter Fläche übernehmen. Für jeden Quadratmeter, der finanziell unterstützt wird, verdoppeln die Landwirte die Fläche.

„Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge sind als Blütenbestäuber unverzichtbar für den Erhalt der Vielfalt unserer Flora und Fauna – und damit von unser aller Lebensgrundlage”, schreiben die Landwirte auf der eigens eingerichteten Homepage. Weil es auf Feldern, Wiesen, öffentlichen Flächen und Gärten immer weniger blühe, fehle es den „fleißigen Helfern” zunehmend an Lebensraum. Dem will der Ortsverband rund um den Vorsitzenden Robert Schulze Kalthoff entgegenwirken.

Wißmann: Es profitieren alle

Für Petra Wißmann eine „Win-Win-Win”- Situation. „Es profitieren alle. Zum einen der Naturschutz und die Artenvielfalt. Die Insekten bekommen so mehr Lebensraum geschenkt. Zum anderen die Landwirte, die die Arbeit haben, die Blühstreifen pflegen und so finanziell bei der Aktion unterstützt werden. Und die Blühpaten, die sich an den Blüh-Oasen erfreuen können.”

Im vergangenen Jahr habe sie bereits einen solchen Blühstreifen in der Nachbarschaft beobachtet, so die 45-Jährige. „Was hier summt und surrt ist unglaublich.” Zuvor sei ihr aufgefallen, dass bienenfreundliche Blühwiesen selten geworden sind. „Jetzt kommt hoffentlich wieder einiges an Flächen zusammen. So kann man ganz einfach selber etwas gegen das Artensterben tun.” Sie freue sich heute schon auf das geschäftige Treiben, dass sie im vergangenen Jahr bereits beobachten konnte.

Nicht zur Dekoration des Wohnzimmers gedacht

Sie würde die Aktion jedem weiterempfehlen. „So können wir Lebensraum für Insekten und Vögel schaffen.” Auch die Möglichkeit, eine Patenschaft zu verschenken, will das Paar nutzen. „Unser 10-jähriges Patenkind hat gerade selbst mit viel Freude und Engagement ein Insektenhotel gebaut. Da sieht man, dass auch die Jugend bereits den Bedarf erkennt. Ihm wollen wir ebenfalls eine Blühpatenschaft schenken.”

Und die Wernerin hat noch eine dringende Bitte an alle: „Der geschaffene Lebensraum ist für viele Tiere gedacht und sollte respektiert werden. Deshalb sollten die Blumen nicht selbst abgeschnitten und ins Wohnzimmer gestellt werden.” Dafür seien sie nicht gedacht.

Wer in diesem Jahr noch Blühpate werden möchte, sollte den entsprechenden Betrag bis zum Ende der ersten Maiwoche (7. Mai 2021) auf das Konto der Stadt einzahlen. (Kontoinhaber: Stadt Werne IBAN: DE85 4415 2370 0000 0001 33 Verwendungszweck: Blühpatenschaft – Kassenkonto K90020475

[Ihr Name])

Für Beträge, die danach eingehen, könne nicht garantiert werden, ob Fläche und Patenschaft noch zueinander passen, so Landwirt Robert Schulze Kalthoff. Dann würde die Patenschaft aber entsprechend ins nächste Jahr übertragen. Weitere Informationen finden Sie auch unter www.eure-landwirte-in-werne.de.

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