Surfworld-Projektentwickler über Sciencewave-Verein „Alles, was Rang und Namen hat, ist mit dabei“

Redakteur
Fotomontage: Dr. Michael Detering (rechts) neben einem Entwurf der Surfworld (links)
Projektleiter und Investor Michael Detering betont den wissenschaftlichen Wert der Anlage. © Spiller/Detering
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„Das ist nur der Anfang – wir haben noch eine ganze Menge mehr auf der Warteliste. Alles, was Rang und Namen hat, ist dabei. Das zeigt, wie groß die Bedeutung einer solchen Anlage ist. Das sieht man als normaler Bürger nicht“, sagt Dr. Michael Detering, Projektentwickler und Geschäftsführer der SW GmbH, mit Blick auf die Teilnehmerliste der Gründungsversammlung des Sciencewave-Vereins am Donnerstag (8. Dezember).

Der Zweck des Vereins, zu dessen Mitgliedern auch die Stadt Werne gehören wird, ist offiziell auf die Durchführung und Förderung von Forschung und Wissenschaft gerichtet. Dazu gehört etwa die Vergabe von Forschungsaufträgen und die Durchführung von Tagungen. Zudem nimmt der Verein die Rolle des Antragstellers bei Förderprogrammen ein.

Zum Kreise der Mitglieder zählen unter anderem die RWTH Aachen, die TH Köln, die Uni Duisburg-Essen sowie die FH Münster. Und ein halbes Dutzend weiterer potenzieller Mitglieder, die laut Detering nur noch auf die interne Freigabe warten. „Alles, was Rang und Namen hat“ meint hier vor allem die Lehrstühle, die sich mit dem Thema Wasserbau beschäftigen – also beispielsweise mit Hochwasser- und Küstenschutz, Wasserkraft, Geotechnik und Schifffahrt.

Surfen wohl erst ab 2025 möglich

Doch bis auf dem ehemaligen Zechengelände tatsächlich geforscht – und auch gesurft – werden kann, wird es noch eine ganze Weile dauern. Der aktuelle Zeitplan sieht einen Baubeginn im September 2023 vor. Der Forschungsbetrieb soll im Oktober 2024 starten. Ab 2025 soll die gesamte Anlage in den Regelbetrieb gehen. Heißt: Von März bis Oktober steht sie den Surfern zur Verfügung, den Rest des Jahres über den Forschern.

Wobei Detering im Gespräch mit unserer Redaktion ergänzt: „Die Trennung ist nicht ganz so streng. Wenn es mal einen freien Slot gibt, kann auch im Sommer geforscht werden. Der umgekehrte Fall wäre allein schon bedingt durch das Wetter schwierig.“ Im Winter bei Minusgraden oder im Regen auf dem Surfbrett zu stehen, dürfte wohl nur die wenigsten Menschen reizen. Forschen dürfen in der neuen Anlage übrigens nicht nur die Mitglieder des Sciencewave-Vereins, allerdings haben sie den „ersten Zugriff“.

Stadt muss nun Gutachten prüfen

Und was passiert jetzt bis zum Herbst 2023? Zunächst einmal muss die Stadt die eingereichten Gutachten prüfen. Laut Detering liegen inzwischen alle für die Bauleitplanung erforderlichen Gutachten vor. Sie sollen im Zuge des Planverfahrens gebündelt veröffentlicht werden. Wann genau die öffentliche Beteiligung startet, ist noch nicht ganz klar. Man peilt aktuell den Januar 2023 an. Die Stadt hatte beim weiteren Vorgehen auch bereits zusätzliche Infoveranstaltungen angekündigt.