Wenn die Eisdiele geschlossen bleibt, kommt das Eis zum Kunden: Peter Telgmann liefert jetzt

hzEis-Lieferdienst

Der Straßenverkauf für Eisdielen ist erlaubt - doch Peter Telgmann entschied sich zum Schutze der Kunden dagegen. Mit dem Kühlwagen liefert er stattdessen sein Eis in drei Portionsgrößen frei Haus.

Werne

, 27.03.2020, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Peter Telgmann beginnt die Eis-Saison Ende März, wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen die Menschen aus ihren Häusern locken. Das Haus verlassen sollen die Kunden aufgrund der aktuellen Lage aber in diesem Frühjahr nicht - kein Problem für den Eismacher. „Die Werner haben jetzt ein halbes Jahr lang kein Eis mehr bekommen. Bei dem schönen Wetter wächst der Eishunger. Dagegen hab ich was“, sagt der 17-jährige.

„Was“ sind in diesem Fall nagelneue wiederverschließbare Eisbehälter in drei Größen, die seit dem 23. März mit Liebe gefüllt werden. „Nach der aktuellen Verordnung dürfen wir das Eis zwar auf die Hand verkaufen, aber wir wollen nicht fördern, dass die Leute rauskommen und sich draußen gesellig zusammensetzen“, sagt Telgmann. Deshalb kommt das Eis jetzt kontaktlos zum Kunden.

Sechs Sorten, drei Größen

Sechs Sorten stehen zur Auswahl: Mango, Himbeer-Holunder, Erdbeer-Balsamico, Cookie, Schokolade und Vanille. Möglicherweise wird Telgmann das Sortiment noch erweitern, doch bei zehn Sorten sei aufgrund des erhöhten Aufwandes Schluss. Geliefert wird das Eis in Plastikbehältern, da Glas aus hygienischer Sicht in Produktionsstätten schwieriger zu händeln sei. „Der Plastikbecher ist absolut sauber, den hat vorher kein Mensch anfassen müssen“, betont Telgmann. Und wiederverwendbar sei er theoretisch auch.

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Telgmann in Werne bietet Eis-Lieferservice frei Haus

Der Single-Becher mit 250 Millilitern kostet 4,90 Euro, 600 Milliliter (zum Vergleich: Ein Standard-Becher Ben & Jerrys fasst 465 Milliliter) kosten 9,90 Euro und eine Familienpackung mit 2500 Millilitern gibt es für 23,90 Euro. Die Lieferung ist kostenlos und funktioniert so: Interessierte rufen Peter Telgmann auf seinem Handy an („So klappt’s am Besten. Das Handy hat man ja irgendwie überall dabei“) oder im Café am Markt. Bestellungen per Facebook oder Instagram seien ebenfalls möglich.

Das Eis wird in drei Größen ausgeliefert: 250, 600 und 2500 Milliliter.

Das Eis wird in drei Größen ausgeliefert: 250, 600 und 2500 Milliliter. © Sylva Witzig

Lieferung über die Stadtgrenzen hinaus

Dann werde das Eis in Thermokisten verpackt und in den Lieferwagen gebracht. Innerhalb von ein bis zwei Stunden sei das Eis dann beim Kunden. Eine Lieferung über die Stadtgrenze hinaus sei theoretisch möglich, sollte aber individuell am Telefon abgesprochen werden. Außerdem könne man sich das Eis selber im Café am Markt abholen.

Rund 200 Liter Flüssigkeit verarbeiten die Telgmanns aktuell am Tag, um die frisch eingetroffenen Eisbehälter zu füllen. „Es muss sich natürlich erst einmal rumsprechen, dass wir liefern. Heute sind aber schon zwischen 5 und 10 Bestellungen eingegangen“, erzählt Peter Telgmann am Donnerstag (26.3.) gegen 14 Uhr.

So kommt das Eis in den Becher.

So kommt das Eis in den Becher. © Sylva Witzig

Ob und wie es die Eisbecher nach der Corona-Krise zu kaufen gibt, stünde noch in den Sternen. In die Massenproduktion möchte Telgmann jedenfalls nicht gehen: „Ich kann mir mein Eis aktuell nicht zwischen den ganzen anderen Eisbechern beim Rewe vorstellen. Der persönliche Kontakt ist mir viel lieber. Dann weiß der Kunde auch ganz genau, wo das Eis herkommt.“ In Zeiten des Abstandhaltens heißt das also noch: aus dem Lieferwagen.

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