Trauzeugen und Aufgebot sind passé - Heiraten geht heute ganz anders

hzHochzeiten in Werne

In Werne fanden in den vergangenen Wochen mehrere Geisterhochzeiten ohne Gäste statt - und ohne Trauzeugen. Das geht in den meisten Fällen ohne Weiteres. Es gibt aber auch Ausnahmen.

Werne

, 28.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Elf Werner Paare ließen sich in den vergangenen Wochen trotz der Corona-Krise trauen - ganz alleine, ohne Trauzeugen und Gäste. Erlaubt ist das schon lange und wurde auch schon vor der Corona-Krise regelmäßig praktiziert, verrät Katrin Hebken, Standesbeamtin in Werne. Rund ein Dutzend Hochzeiten würden im Jahr unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden. Grund dafür sei häufig die spontane Entscheidung zur Heirat. Ältere Mitbürger werden sich nun fragen: Spontane Heirat? Braucht man nicht ein Aufgebot und Trauzeugen? Hier ein Überblick über die Rechte und Pflichten bei der Trauung:

Wie lange dauert es von der Anmeldung bis zur Trauung?

Sind alle Unterlagen vorhanden und Termine frei, kann theoretisch sofort geheiratet werden. Frühestens sechs Monate vor dem gewünschten Termin können sich die Paare anmelden. Ein Aufgebot, wie es früher üblich war, ist nicht mehr nötig. 1998 wurde das Gesetz abgeschafft. Beim Aufgebot ging es darum, die Hochzeit mit einer gewissen Vorlaufzeit publik zu machen. So konnten sich Menschen melden, die trifftige Einwände gegen die Ehe hatten - beispielsweise, wenn einer der Ehepartner bereits verheiratet war.

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Das Aufgebot war ab dem Mittelalter Usus, kommt also aus Zeiten, in denen die Verhältnisse zwischen den Menschen nicht so durchsichtig waren wie heute. An drei aufeinander folgenden Sonntagen wurde die Heirat in der Kirche verkündet, damit es jeder mitbekam. Dadurch, dass heutzutage die Behörden untereinander vernetzt sind, können die Angestellten mit ein paar Mausklicks feststellen, ob schon eine Ehe mit einem anderen Partner vorliegt.

Brauche ich einen Trauzeugen?

Ein Trauzeuge kann mitgebracht und eingetragen werden, ist aber im Standesamt seit 1998 keine Pflicht mehr. Trauzeugen müssen mindestens 14 Jahre alt sein und sollten zur Trauung ihren Personalausweis mitbringen. Die Tradition, Trauzeugen zu benennen ist ebenfalls sehr alt. Vor vielen Jahrhunderten fielen wichtige Dokumente, so auch Hochzeitsurkunden, häufiger Bränden zum Opfer.

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Um in solchen Fällen trotzdem die Ehe bestätigen zu können, waren Zeugen nötig. Die evangelische Kirche handhabt es wie das Standesamt: Trauzeugen sind möglich, aber kein Muss. In der katholischen Kirche sieht es anders aus: Dort sind zwei Trauzeugen noch immer Pflicht. Trauzeugen müssen bei kirchlichen Hochzeiten nicht zwangsläufig der jeweiligen Konfession angehören.


Welche Dokumente müssen zur Anmeldung mitgebracht werden?

  • Personalausweis oder Reisepass von beiden Partnern
  • Jeweils eine beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister mit allen Hinweisen. Den beglaubigten Ausdruck erhalten Sie bei dem Standesamt, welches für Ihren Geburtsort zuständig ist.
  • Aufenthaltsbescheinigung der Meldebehörde

In Sonderfällen, beispielsweise wenn einer der Partner bereits eine Scheidung hinter sich hat oder im Ausland geboren wurde, sind weitere Dokumente nötig. Hier hilft das Standesamt.

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