Trotz Winteranfang: Arbeitslosenzahl weiter verringert

WERNE/KAMEN Die Zahl der Arbeitslosen ist so gering, wie seit Juni 2002 nicht mehr. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Kamen, zu dem auch Werne gehört, liegt die Arbeitslosenquote bei 10, 5 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen ist im November um 0,9 Prozent (57) auf 6611 gesunken.

29.11.2007 / Lesedauer: 3 min
Trotz Winteranfang: Arbeitslosenzahl weiter verringert

Ein Licht am Horizont des grauen November-Himmels: Die Arbeitslosenzahl ist in der Stadt Dortmund gesunken.

„Dass ausgerechnet in einem November der bisherige Jahrestiefstand bei den Arbeitslosen erreicht wird, ist ungewöhnlich“, stellt die Leiterin der Arbeitsagentur Kamen, Gabriele Jäger, fest. Seit drei Monaten liege die Arbeitslosenzahl unter der 7000-er Grenze und habe aktuell den niedrigsten Stand seit Juni 2002 erreicht.

Mehr Stellen

Auch mit dem Stelleneingang ist sie zufrieden: „Wir registrieren momentan eine höhere Einstellungsbereitschaft als in vergangenen Jahren und setzen darauf, dass sich dies weiter fortsetzt.“ Die Zahl der Arbeitslosen ist im November um 0,9 Prozent (57) auf 6611 gesunken.

Damit liegt die Arbeitslosenzahl um 12 Prozent (904) niedriger als vor einem Jahr. Jäger sieht darin eine gute Ausgangsbasis für den kommenden Winter. Die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, sank im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 10,5 Prozent.

Über dem allgemeinen Trend

Vor einem Jahr hatte sie 12,3 Prozent betragen. Bemerkenswert ist die Entwicklung bei den älteren Arbeitslosen. Offenbar zwingt das geschmolzene Fachkräfteangebot Arbeitgeber, auch über 50-Jährige in den Einstellungsprozess einzubeziehen. So ist zu erklären, dass der Rückgang bei diesem Personenkreis sowohl im Monats- (-3,5 Prozent) als auch im Jahresvergleich (-31,9 Prozent) über dem allgemeinen Trend liegt.

Diese Aussage trifft mit leichten Abstrichen auch für die über 55-jährigen Arbeitslosen zu. Aktuell sind mit 4841 insgesamt fast drei Viertel der Arbeitslosen bei der ARGE Kreis Unna gemeldet. Anders als im Nachbarbezirk Unna läuft die Verbesserung bei den Arbeitslosengeld I- und Arbeitslosengeld II-Beziehern nicht parallel. Während der Rückgang bei den Kunden der Arbeitsagentur im Monatsvergleich 2,9 Prozent und im Jahresvergleich 28,5 Prozent beträgt, hat sich die Zahl der bei der ARGE Kreis Unna gemeldeten Arbeitslosen nur um 0,1 bzw. 4 Prozent verringert.

ALG II-Empfänger mit geringeren Chancen

Für ARGE-Geschäftsführer Uwe Ringelsiep ist die unterschiedliche Abnahme marktbedingt: „Arbeitslosengeld II-Empfänger haben oftmals in Bewerbungsverfahren geringere Chancen als ihre Mitkonkurrenten. Wir steuern mit intensiver Arbeitgeberberatung und finanziellen Leistungen gegen, können aber keinen Trend umkehren.“ 181 gegenüber 183 Stellenmeldungen im Vormonat zeigen den Bedarf der Arbeitgeber.

Der Jahresvergleich mit einer Steigerung um 54,7 Prozent (64 Stellenangebote) offenbart den zunehmend positiven Konjunktureinfluss.

Lesen Sie jetzt