Umgangsrecht im Lockdown: Stadt will nicht einschränken – aber es gibt Ausnahmen

hzFamilien in Corona-Krise

Die Corona-Krise hat teils gravierende Auswirkungen auf das Familienleben. Das registriert man auch beim Jugendamt in Werne. In einigen Bereichen führt es zu erhöhtem Beratungsbedarf.

Werne

, 18.11.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lockdown, Quarantäne, Home Office und Home Schooling - die Einschränkungen der Corona-Krise wirken sich in vielfacher Hinsicht auf den Familienalltag aus. Das macht sich auch beim Jugendamt der Stadt Werne bemerkbar. Ein wichtiges Thema, das bereits im Zuge des ersten Lockdowns besonders im Fokus stand: Quarantäne. Mehr als 1200 Bescheide hat die Stadt Werne inzwischen insgesamt geschrieben. Und bisweilen treffen solche Maßnahmen bekanntlich nicht nur Einzelpersonen oder Paare, sondern eben auch Familien.

„Das Beratungsaufkommen war vor allem erhöht aufgrund der Klärung von Fragen mit Blick auf Besuchskontakte und begleitete Umgänge“, erklärte Jugendamtsleiter Maik Rolefs auf Anfrage unserer Redaktion. In Fällen, in denen Eltern getrennt oder in Scheidung leben, standen folglich Umgangsrechtsfragen im Mittelpunkt: Wer bekommt das Kind im Lockdown-Fall? Und wie gestaltet sich beispielsweise der Kontakt zwischen Vater und Kind, wenn letzteres im Haushalt der Mutter lebt und beide positiv auf Corona getestet wurden?

Keine einfachen Szenarien für Werner Jugendamt

Auch für das Jugendamt seien solche Szenarien alles andere als einfach zu bewerten, betonte Rolefs: „Umgänge sind immer kindeswohldienlich und müssen umgesetzt werden - auch im Falle eines Lockdowns. Das ist ein hohes Gut.“ Wenn das Amt eingreife und Kontakte untersage, „dann müssten zuvor wirklich alle anderen Mittel und Optionen ausgeschöpft worden sein“.

Das Thema Gesundheit stehe aber stets im Vordergrund: „Sobald es um Eigen- und Fremdgefährdung geht, sollte einem der gesunde Menschenverstand schon sagen, dass man den Kontakt für eine gewisse Zeit wohl besser aussetzt.“ Einen solchen Extremfall, bei dem etwa ein Elternteil sogar geklagt habe, sei dem Werner Jugendamt bislang allerdings nicht bekannt. Die Beratungsanfragen hätten eher einen präventiven Charakter gehabt - nach dem Schema: Was wäre wenn...

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Ganz konkrete Auswirkungen hatte die Corona-Krise in Werne hingegen bereits mit Blick auf das Thema Unterhalt. Schon in der Septembersitzung des Jugendhilfeausschusses hatte der Jugendamtsleiter erklärt, dass unterhaltspflichtige Väter ihren Zahlungsverpflichtungen teils nicht nachkommen konnten. Der Grund: Viele seien von ihren Unternehmen in Kurzarbeit geschickt worden. Dementsprechend fehlten bei ihnen die „Voraussetzungen für die Zahlungen“.

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Hilfen für Familien und Eltern

  • Die Stadt Werne hat auf ihrer Homepage unter der Rubrik „Aktuelles“ eine Übersicht zu Beratungsangeboten für Familien in Zeiten der Pandemie erstellt.
  • Mehr Informationen zum Thema Umgangsrechte gibt es unter anderem auf der Homepage des Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz unter www.bmjv.de
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