Wasser im Keller, Baum auf Straße, Blitzeinschläge: Unwetter wütet in Werne

Feuerwehr-Einsätze in Werne

Zu mehreren unwetterbedingten Einsätzen musste die Freiwillige Feuerwehr Werne ab Sonntagabend ausrücken. Vom Unwetter besonders betroffen war Stockum. Dort standen gleich mehrere Keller unter Wasser.

Werne, Stockum

, 10.08.2020, 09:07 Uhr / Lesedauer: 3 min
Zu gleich 14 unwetterbedingten Einsätzen rückte die Freiwillige Feuerwehr Werne am Sonntagabend aus. Einige Bäume stürzten aufgrund des Unwetters um.

Zu gleich 14 unwetterbedingten Einsätzen rückte die Freiwillige Feuerwehr Werne am Sonntagabend aus. Einige Bäume stürzten aufgrund des Unwetters um. © Freiwillige Feuerwehr Werne

Das Unwetter am Sonntagabend über Werne löste viele Einsätze für die Freiwillige Feuerwehr Werne aus. Zu insgesamt 14 unwetterbedingten Einsätzen wurden die Kameraden ab 17.30 Uhr alarmiert. Besonders stark betroffen war dabei Stockum. Dort standen gleich mehrere Keller unter Wasser.

Zunächst wurden die Einsatzkräfte in die Straße Forstweide in Stockum alarmiert. Dort sowie in einem Nachbarhaus mussten jedoch die ehrenamtlichen Kräfte nicht tätig werden. Ganz anders sah es an den Einsatzstellen am Temmenhof in Stockum aus.

„Dort stand das Wasser bis zu 30 Zentimeter hoch in den Kellern von gleich drei Wohnhäusern“, erklärt Pressesprecher Tobias Tenk von der Feuerwehr.

Hier rückte der gesamte Löschzug 3 Stockum mit allen vier Fahrzeugen im Stockumer Stadtgebiet aus. Mit den auf den Löschfahrzeugen mitgeführten mobilen Tauchpumpen wurde im Temmenhof das Wasser aus den Kellern gepumpt.

Regenwasser muss umgeleitet werden

Weitere Einsätze gab es in Stockum im Tannenweg sowie in der Knüvenstraße. An der dortigen Kindertageseinrichtung wurde durch die Einsatzkräfte ein kleiner Damm errichtet, um das Regenwasser umzuleiten.

Um 17.31 Uhr wurde dann zusätzlich auch der Löschzug 1 Stadtmitte alarmiert. Wieder stand ein Keller unter Wasser. An der Stockumer Straße in Werne konnten aufgrund der geringen Wasserhöhe von weniger als fünf Zentimeter jedoch bauartbedingt die Pumpen nicht zum Einsatz kommen, teilt Tenk mit.

Stockum war besonders von dem Unwetter betroffen. Mehrere Keller standen hier unter Wasser.

Stockum war besonders von dem Unwetter betroffen. Mehrere Keller standen hier unter Wasser. © Freiwillige Feuerwehr Werne

Parallel zu dieser Einsatzstelle wurden Einsätze mit umgestürzten Bäumen an der Horster Straße bearbeitet. Der Rüstwagen sowie das Tanklöschfahrzeug vom Läschzug 1 fuhren diese Einsatzstelle an. Der stellvertretende Leiter der Wehr, Stadtbrandinspektor Jörg Mehringskötter, sichtete mit dem Kommandowagen im Stadtgebiet die verschiedenen Einsatzstellen und koordinierte diese mit den lokalen Einsatzleitern.

An der Horster Straße waren an einem Spielplatz mehrere armdicke Äste oder. ganze Bäume durch das Unwetter umgestürzt. Hier wurde der Bereich großflächig abgesperrt. Die Verantwortlichen des Bauhofs wurden benachrichtigt, um die Schäden zu begutachten.

Blitzeinschlag in Firma an der Capeller Straße

Als die Einsatzstelle an der Horster Straße gesichert war, löste ein Blitzeinschlag in einem Großhandelsunternehmen an der Capeller Straße die dortige Brandmeldeanlage aus. Der Löschzug 1 Stadtmitte sowie die Löschgruppe 4 aus Holthausen fuhren das Werkgelände an der Capeller Straße an.

Da alle Meldegruppen der Brandmeldeanlage ausgelöst hatten, konnte kein belastbarer Auslösebereich identifiziert werden. So mussten zwei Trupps unter atemluftunabhängigem Atemschutz das gesamte Gebäude begehen und kontrollieren.

An der Horster Straße waren an einem Spielplatz mehrere Bäume durch das Unwetter umgestürzt.

An der Horster Straße waren an einem Spielplatz mehrere Bäume durch das Unwetter umgestürzt. © Freiwillige Feuerwehr Werne

Nachdem keine Feststellung auf Feuer und Rauch erkundet werden konnte, wurden die Einsatzkräfte zur nächsten Einsatzstelle in die Letterhausstraße in Werne disponiert. Dort sollte ein Baum auf der Straße liegen. Mit einer Kettensäge wurde der Baum zerteilt und von der Straße entfernt.

Blitzeinschlag zerstört große Eiche

Gegen 19.10 Uhr schlug ein Blitz in eine große Eiche an der Zollstraße in Werne-Holthausen ein. Der etwa 14 Meter hohe und 40 Zentimeter dicke Baum wurde durch die enorme Kraft des Blitzes komplett zerstört und die Reste versperrten dort die Fahrbahn.

Im Umkreis von circa 30 Metern um den Baum verteilten sich mehr oder weniger große Äste und Holzreste. Mit der Kettensäge und Muskelkraft wurde der Baum zerkleinert und die Straße so frei geräumt. Die Straße wurde für die Dauer der Arbeiten komplett gesperrt und im Anschluss der Sägearbeiten gesäubert. Um 19.45 Uhr konnte die Einsatzstelle an die Polizei übergeben werden.

Die große Eiche wurde durch den Blitzeinschlag komplett zerstört.

Die große Eiche wurde durch den Blitzeinschlag komplett zerstört. © Freiwillige Feuerwehr Werne

Bereits zu Beginn der Einsatzhäufungen wurde aufgrund der Unwetterwarnung für dem Kreis Unna der sogenannte Unwetterclient in der Feuerwache am Konrad-Adenauer-Platz in Werne besetzt. Bei solchen Flächenlagen wie sie Sonntag, 9. August 2020, etwa die Stadt Werne heimgesucht hat, kann das Einsatzaufkommen kurzfristig enorm steigen.

Durch den Unwetterclient im Funkraum der Feuerwache können Einsätze disponiert werden und so die Kreisleitstelle in Unna entlasten werden. Aufgrund des noch glimpflichen Ausgangs fürs Werner Stadtgebiet wurden jedoch die Einsätze weiter durch die Leitstelle in Unna disponiert. Um 20.30 Uhr war abzusehen, dass keine weiteren starken Gewitterzellen mehr durch das Werner Stadtgebiet zogen, sodass die Wachbereitschaft aufgelöst wurde.

An einer Firma an der Capeller Straße wurde durch einen Blitzeinschlag die Meldeanlage ausgelöst.

An einer Firma an der Capeller Straße wurde durch einen Blitzeinschlag die Meldeanlage ausgelöst. © Freiwillige Feuerwehr Werne

Der Löschzug 1 bearbeitete 6 Einsätze mit 4 Fahrzeugen und 30 Kameraden/innen. Der Löschzug 3 Stockum kümmerte sich um 7 Einsätze mit 4 Fahrzeugen und 20 Kameraden/innen. Und die Löschgruppe 4 aus Holthausen bearbeitete einen Einsatz mit einem Fahrzeug und 5 Kameraden.

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