Sechs Tipps vom Werner Ernährungsberater: So werde und bleibe ich Veganer

hzVeganismus in Werne

Seit Jahren ernährt sich Marco Leo (33) vegan. Es ist eine Lebenseinstellung – mit Gegenwind und neuen Geschmackserlebnissen. Wie man Veganer wird und bleibt, erklärt der Ernährungsberater hier.

Werne

, 06.07.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit mehr als vier Jahren lebt Marco Leo strikt nach der veganen Ernährungsweise. Er verzichtet gänzlich auf tierische Produkte. Für den 33-jährigen Werner ist es eine Lebenseinstellung. Wie man sich gesund und vegan ernährt, erklärt Marco Leo in seinen sechs Tipps.

Sechs Tipps vom Werner Ernährungsberater: So werde und bleibe ich Veganer

Marco Leo (33) ist Initiator des Stammtisches „Vegan in Werne“. Der Ernährungsberater gibt einige Tipps, wie man sich vegan ernähren kann. Hilfreich kann dabei der Austausch mit Gleichgesinnten sein. Der nächste Stammtisch in Werne findet am 21. Juli im Stilvoll im Alten Rathaus statt. © Andrea Wellerdiek

1. Den Ausgangspunkt bildet die Frage: Warum will ich mich überhaupt ändern?

Zunächst einmal sollte man sich über das Thema Massentierhaltung informieren, erklärt Marco Leo. Dokumentationen wie „Hope for all“, „Earthlings“ oder „Dominion“ sind hilfreich. Einige Menschen kämen auch zum Veganismus, weil sie sich aus gesundheitlichen Gründen (etwa Übergewicht, Diabetes) anders ernähren möchten, erzählt der 33-Jährige. Generell sei es stets eine „krasse Umstellung der Ernährung“, wie Marco Leo erklärt.

2. Einzelne Gerichte langsam umstellen

„Man kann zum Beispiel morgens ein veganes Müsli essen. Milchersatz-Produkte gibt es überall“, sagt Marco Leo. Die Ernährung schrittweise umzustellen ist in jedem Fall einfacher, als es radikal zu versuchen. Die Umstellung habe bei ihm einen Gewichtsverlust von 13 Kilogramm bedeutet, erzählt Marco Leo. „Die pflanzliche Ernährung ist deutlich energieärmer, weil man weniger Kalorien zu sich nimmt.“

3. Mit Gleichgesinnten austauschen

„Man ist nicht alleine. Andere machen es auch“: Nach diesem Motto könnte man sich mit anderen Veganern austauschen – zum Beispiel bei einem Stammtisch, den es nun auch in Werne gibt (Vegan in Werne).

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4. Alternativen suchen

„Käse habe ich am meisten vermisst, weil er einen besonderen Eigengeschmack hat, den man nur schwer ersetzen kann“, erzählt Marco Leo. Fleisch könne man gut durch Seitan (Teigmasse aus Mehl und Wasser) ersetzen.

Aufgrund der Suche nach Alternativen könne man eine größere Vielfalt in der Küche erzielen. Quinoa, Hirse, Hülsenfrüchte, Kirchererbsen, Kidneybohnen, zählt Marco Leo auf. „Man fängt an, neue Rezepte auszuprobieren. Das bringt ganz neue Geschmackserlebnisse“, sagt der 33-Jährige, der eine Ausbildung zum veganen Ernährungsberater gemacht hat.

„Ein sogenannter Puddingveganer zu sein, bringt gar nichts. Ein Puddingveganer ernährt sich zwar vegan, aber ungesund. Ein Toastbrot mit Marmelade ist da ein Beispiel“, erklärt Marco Leo.

5. Gesellschaftlicher Umgang mit der veganen Ernährungsweise

„Man muss schon mit Gegenwind aus der Familie und von Freunden rechnen. Es ist ja auch so, dass jeder ein unterschiedliches Level an Wissen und Erfahrung mit der veganen Ernährung gemacht hat. Man sollte Kritik mit Feingefühl und Aufklärung entgegenkommen“, sagt Marco Leo. Er selbst habe auch eine Phase gehabt, in der er andere missionieren wollte. „Das stößt nur auf Gegenwehr. Da muss man erst einmal lernen, mit umzugehen.“

6. Durchhalten ist gar nicht so schwer

„Wer die Frage nach dem Warum für sich klar beantworten kann, hat eigentlich keine Probleme damit, am Ball zu bleiben“, glaubt Marco Leo, der vor allem aus ethischen Gründen auf tierische Produkte verzichtet. „Ich bin derjenige, der weiß, dass er nicht zurückkehren würde. Es sei denn: Es gibt keine Alternative. Also wenn man zum Überleben wirklich selbst ein Tier erlegen müsste.“

Er glaubt, dass viele Menschen, die nicht bei der veganen Lebensweise bleiben, schlechte Erfahrungen gemacht haben. „Meistens wird es falsch umgesetzt und man hat vielleicht Mangelerscheinungen wie Vitamin B12. Da muss man ein Präparat oder bestimmte Lebensmittel zu sich nehmen“, erklärt Marco Leo.

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