Solche Bilder wie hier im Jahre 2014 wird es am Freitag, 27. November, in Werne nicht geben. Denn wegen der Coronakrise streikt Verdi im „Autokino-Format“. © Helga Felgenträger (A)
Streik bei Amazon

Verdi testet beim Amazon-Streik in Werne eine neue Demo-Strategie

Seit Donnerstag bestreikt Verdi das Amazon-Lager in Werne. Am Freitag, 27. November, will die Gewerkschaft mit einer neuen Demonstrations-Strategie auf ihre Forderungen aufmerksam machen.

Um 23.30 Uhr am späten Mittwochabend, 25. November, rief die Gewerkschaft die Beschäftigten von Amazon in Werne zum Streik auf. Der Streik richtetet sich gegen die Weigerung des Unternehmens, die Tarifverträge des Einzelhandels zu unterzeichnen und einen Tarifvertrag zu „Guter und gesunder Arbeit“ abzuschließen.

Doch in Corona-Zeiten muss auch ein Streik anders organisiert werden. Das fängt schon direkt nach dem Aufruf an. „Wir haben die Leute zum Streik aufgerufen, dann sollten sie zu uns kommen und sich die Unterlagen abholen. Dann haben wir sie nach Hause geschickt“, sagt Gewerkschafts-Sekretär Karsten Rupprecht auf Anfrage der Redaktion. Er könne nicht genau sagen, wie viele Mitarbeiter tatsächlich in den Ausstand getreten sind, „nach meinem Gefühl sind es so 300 bis 350“, sagt Rupprecht.

Streik per Auto-Kundgebung auf Solebad-Parkplatz

Eine genauere Zahl werde man erst am Freitag, 27. November, wissen. Denn dann plant Verdi eine ganz besondere Form der Streik-Demonstration. „Wir machen das wie in einer Art Autokino“, sagt der Gewerkschafter. Das bedeutet, dass die Streikenden sich mit ihren Autos um 13.30 Uhr auf dem Parkplatz des Solebades Werne zur Kundgebung treffen.

„Die Kolleginnen und Kollegen sollen dann in ihren Autos bleiben beziehungsweise direkt daneben stehen und der Kundgebung mit den Reden folgen“, sagt Karsten Rupprecht. Wie lange das Ganze dauert, liege auch daran, wie schnell der Platz sich füllt und wie das mit der Organisation funktioniere. „Das ist für uns ja auch Neuland.“ Er geht von einer Stunde bis eineinhalb Stunden aus.

Verdi fährt im Autokorso um Werne

Anschließend ist ein Demo-Umzug geplant. Aber auch corona-konform. Nämlich nicht zu Fuß und eng gedrängt durch die Werner Innenstadt, sondern in einem Autokorso. „Wir werden um die Innenstadt fahren“, sagt der Verdi-Mann. Der Streik in Werne ist bis Samstag geplant.

Obwohl der Streik in der für Amazon wichtigen „Black-Friday-Woche“ mit hohen Verkäufen geplant ist, bleibt das Unternehmen wie bei allen vorherigen Ausständen gelassen. Sprecher Thorsten Schwindhammer: „Wie jeden Tag konzentrieren sich auch heute unsere Teams darauf, die Pakete zum Kunden zu bringen. Auswirkungen auf Kundenlieferungen haben die Aktionen nicht, der aller größte Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeitet ganz normal.“

Und abschließend: „Das Lohnpaket samt der Zusatzleistungen und unsere Arbeitsbedingungen bestehen auch im Vergleich mit anderen wichtigen Arbeitgebern in der Region.“

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Redaktion Werne
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