Denkmalschutz

Verfallenes Haus an der Südmauer in Werne: SPD fordert Stadt zum Handeln auf

In Sachen Gammelhaus an der Südmauer möchte die SPD in Werne nun Nägel mit Köpfen machen. Sie fordert von der Stadt ein umfassendes Handlungskonzept - inklusive der Vorbereitung einer Enteignung.
Für das vergammelte Haus an der Südmauer fordert die Werner SPD ein Handlungskonzept von der Stadt. © Felix Püschner

So wie bislang kann es mit dem Haus an der Südmauer 27 in Werne nicht weitergehen – darüber war sich die Politik in der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung am 2. Dezember weitgehend einig. Insbesondere Ulrich Höltmann (SPD) war beim Blick auf das Gammelhaus der Kragen geplatzt. Der Grund: Das Gebäude verkommt seit vielen Jahren – und der Eigentümer tut nur das Allernötigste, um zumindest die Anforderungen des Denkmalschutzes zu erfüllen.

Die Werner SPD hat ihre Vorstellungen nun in einem Antrag formuliert, der in der kommenden Ausschusssitzung am 26. Januar auf dem Tisch liegen soll. Darin fordern die Sozialdemokraten die Verwaltung auf, „geeignete rechtliche Schritte gegen den Eigentümer der Immobilie Südmauer 27 vorzubereiten, um das Objekt nachhaltig zu sichern sowie für eine Instandsetzung zu sorgen“.

Reden allein hilft nicht: SPD fordert härteres Durchgreifen

Dabei seien „sämtliche bauordnungsrechtliche, bauplanungsrechtliche und auch sonderordnungsrechtliche, insbesondere denkmalschutzrechtliche Eingriffsbefugnisse und Instrumente einschließlich einer Enteignung des jetzigen Eigentümers zu prüfen“. Man erwarte von der Stadt ein integriertes Handlungskonzept zum weiteren Vorgehen.

Die Stadt hatte in der Vergangenheit laut eigenen Angaben immer wieder den Kontakt zum Eigentümer des Gebäudes gesucht. In den Gesprächen hatte letzterer sich allerdings nur bedingt kooperativ gezeigt. Das hat mittlerweile dazu geführt, dass sich das Gebäude in einem Zustand befindet, der aus Sicht der SPD „nicht länger akzeptiert werden kann.“ Daher müsse man nun alle Möglichkeiten prüfen, mit denen man Zugriff auf die Gestaltung des Gebäudes erlangen könne.

Chancen auf Enteignung stehen aus Sicht der Stadt schlecht

Petra Göbel, Abteilungsleiterin der Denkmalpflege bei der Stadt Werne, hatte im Dezember auf Anfrage unserer Redaktion erklärt, dass die Chancen auf eine Enteignung gering seien. Zudem strebe die Stadt eine solch drastische Vorgehensweise auch gar nicht an – aus Sorge vor einer unbequemen Gegenreaktion. Zum Beispiel in Form eines anrollenden Abrissbaggers. Denn klar ist: Das Gebäude als Ganzes steht nicht unter Denkmalschutz. Lediglich die Fassade genießt diesen Status.

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