Von Gammelhaus bis Solebad - Lothar Christ antwortet auf Zuschauer-Kritik

hzBürgermeister-Kandidaten im Video

Bei der Veranstaltung „Werne vor der Wahl“ mussten sich die Bürgermeister-Kandidaten auch den Zuschauerfragen stellen. Lothar Christ wurde dabei an Unerfreuliches aus der Vergangenheit erinnert.

Werne

, 22.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Drei Kandidaten stellen sich am 13. September zur Wahl für das Amt des Bürgermeisters in Werne: Neben dem amtierenden Stadtoberhaupt Lothar Christ (parteilos) gehen Dauerrivale Benedikt Striepens (Grüne) und Dominik Bulinski (CDU) als neuer Herausforderer an den Start. Bei der Diskussionsveranstaltung „Werne vor der Wahl - der Bürgermeister“ stellten sich die Kontrahenten in einer Blitzfragerunde auch den Zuschauerfragen. Und gerade Christ musste dabei Kritik kontern. Ein Rückblick.

Video
Wernes Bürgermeister-Kandidaten beantworten Zuschauerfragen

In den vorausgegangenen Rededuellen zu Themen wie Innenstadtbelebung, Digitalisierung und Wohnen hat Wernes amtierendes Stadtoberhaupt noch häufig betont, was man in der Lippestadt in den vergangenen Jahren bereits erreicht hat - und natürlich, dass man aktuell auf einem guten Weg und längst nicht alles schlecht ist.

Nun muss Christ sich allerdings auch zu den Dingen äußern, die in seiner Amtszeit nicht so prickelnd gelaufen sind. Zum Beispiel zum neuen Solebad. Dass bei dessen Bau ja so einiges aus den Fugen geraten war - vor allem mit Blick auf den Zeitplan, aber auch die Kosten -, haben die Zuschauer nicht vergessen. Und darum möchte einer von ihnen wissen: Was will Christ in Zukunft bei der Projektsteuerung großer Vorhaben ändern, damit ein solches „Desaster“ nicht noch einmal passiert?

Die Gründe für das „Solebad-Desaster“

Der Amtsinhaber gibt daraufhin zu, man habe einen „beschwerlichen Weg“ gehen müssen. Aber man sei eben auch auf die Partner angewiesen: „Das erste Konzept lag fünf Millionen Euro über dem Ansatz. Es wäre völlig falsch gewesen, an der Stelle nicht zu reagieren. Wir haben reagiert und uns einen neuen Architekten gesucht - und jetzt haben wir ein wunderbar funktionierendes Solebad.“

Man habe letztlich für 17 Millionen Euro ein Bad bekommen, das zwei Millionen Euro Zuschussbedarf hat und 270.000 Gäste im Jahr erreicht. „In der Nachbarstadt möchte man ein Bad errichten für 27 Millionen Euro, das allerdings nur 170.000 Gäste erreicht – dafür aber einen Zuschussbedarf von drei Millionen Euro hat. Ich glaube, wir sind in Werne gut aufgestellt“, sagt Christ.

Schlechte Aussichten beim Gammelhaus-Problem

Erklären muss er anschließend auch, warum die Stadt beim Gammelhaus-Problem scheinbar tatenlos zusieht. Es geht konkret um drei historische Bauten am Kirchhof, in der Burgstraße und an der Südmauer. Einst wunderschöne Gebäude, die zudem unter Denkmalschutz stehen, aber zunehmend verkommen. Wie will der Bürgermeister das Problem anpacken?

Christ räumt ein, dies sei ein „wunder Punkt“, ein „Schandfleck“ und dass er sich „als Bürgermeister dafür schämen“ müsse. Man wolle die historische Bausubstanz in der Stadt ja eigentlich stärken - doch gehe das nur in Kooperation mit den Eigentümern. Man könne diesen weder einfach etwas wegnehmen noch sie dazu zwingen, die Gebäude zu sanieren. „Und deshalb rufe ich auch die Eigentümer auf, mit uns in den Dialog zu kommen, mit unserer Denkmalpflege - und mit Fördermitteln“, so Christ.

Optimistisch beim Thema Mobilität

Deutlich optimistischer kann er dann beim Thema Verkehr in die Zukunft blicken. Denn da schaffe man schließlich nun mit dem geplanten „Mobilitätskonzept“ die nötigen Grundlagen. Ein Zuschauer möchte wissen, ob dazu auch ein generelles Tempolimit von 30 km/h innerorts gehört. Christ will das nicht grundsätzlich ausschließen, betont aber auch, dass man jetzt keine pauschalen Vorgaben machen sollte.

„An welchen Stellen das überhaupt Sinn ergibt, sollen die Experten im Rahmen des Mobilitätskonzepts ermitteln“, so Christ. Den Rad- und Fußverkehr sowie den ÖPNV zu stärken, sei aber natürlich in seinem Sinne. Falls erforderlich auch durch mehr Tempo-30-Zonen.

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