Verdächtige Männer in Sprinter werden öffentlich als Pferde-Diebe angeprangert

hzPolizei in Werne

Zwei Männer, ein weißer Sprinter und ein Reitverein – eine Kombination, die aufgrund der Vorkommnisse in den vergangenen Wochen aufhorchen lässt. Nicht zu unrecht, wie die Polizei sagt.

Werne

, 14.06.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Vorfall lässt aufhorchen. Bei einem Reitverein an der Südkirchener Straße sind am Donnerstagabend (13. Juni) zwei Männer mit einem weißen Sprinter vorgefahren. Sie sollen sich in der Folge am Stall nach kleineren Pferden für Kinder sowie Leihpferden erkundigt haben. Nach kurzer Zeit seien beide wieder unverrichteter Dinge abgezogen.

Eigentlich nichts, was auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheint. Doch die Vorfälle in Werne und Umgebung in den vergangenen vier Wochen lassen den Vorfall letztlich doch in einem anderen Licht erscheinen.

Zur Erinnerung: Am 13. Mai versuchte laut Polizei ein bisher unbekannter Mann ein Pferd von der Koppel eines Reiterhofes in der Straße Am Sunderbach zu stehlen. Das Aussehen der Verdächtigen soll in beiden Fällen ähnlich gewesen sein.

Aufmerksame Zeugen verhindern Pferde-Diebstahl im Mai

Zwei aufmerksame Zeugen verhinderten das in letzter Sekunde. Sie sprachen den Mann an, worauf sich dieser zügig in unbekannte Richtung entfernte. Die Zeugen gaben bei der Polizei zu Protokoll, dass sie in den Tagen zuvor mehrfach einen blauen Sprinter in der Nähe des Reiterhofes gesehen haben wollen.

Treiben in Werne etwa Pferde-Diebe ihr Unwesen? Nachfrage bei der Kreispolizeibehörde Unna: „Außer dem Vorfall vom 13. Mai gab es diesbezüglich keine weiteren Taten oder Tatversuche, die uns bekannt sind“, sagt Kriminalhauptkommissarin Vera Howanietz von der Pressestelle.

Verdächtige Beobachtungen bei der Polizei gemeldet worden

Doch eine Entwarnung ist das nicht. Denn: Verdächtige Beobachtungen rund um die Höfe und Pferdekoppeln in Werne und Umgebung gab es genügend. Die genaue Zahl ist unbekannt. Vera Howanietz bestätigt aber, dass in den vergangenen Wochen bei der Polizei verdächtige Beobachtungen gemeldet worden seien.

So wie potenzielle Einbrecher oftmals im Vorfeld die örtlichen Gegebenheiten in einem Wohngebiet auskundschaften, könnte es also sein, dass derzeit die Werner Pferdekoppeln und Ställe von Unbekannten ausbaldowert werden. Dass dieses Vorgehen nicht untypisch ist, bestätigt Vera Howanietz ebenfalls. Sie sagt aber auch: „Es ist nicht strafbar, sich nach etwas zu erkundigen.“ Etwa wie im jüngsten Fall an der Südkirchener Straße.

Polizei: Keine Verdachtsmomente auf Facebook veröffentlichen

„Wir können ja nicht an jeder Koppel einen Streifenwagen abstellen.“
Vera Howanietz, Polizei Kreis Unna

Wichtig sei generell, so die Kriminalhauptkommissarin, dass man Dinge, die man als verdächtig erachtet, direkt der Polizei melde. „Nur so könnn wir dann eine mögliche Kontrolle durchführen.“ Erfolgt die Meldung einer Beobachtung erst Tage später, können die Beamten nichts anderes tun, als dies lediglich zur Kenntnis zu nehmen.

Auch etwaige Posts auf Facebook mit Fotos und Details sind wenig hilfreich. Als „dünnes Eis“ bezeichnet die Polizei dieses Vorgehen. Am Donnerstagabend tauchte ein solcher Post bei Facebook auf, sogar das Kennzeichen des Sprinters wurde veröffentlicht. Mittlerweile scheint der Post wieder gelöscht zu sein.

Wachsamkeit ist jedoch eine gute Präventionsmaßnahme

Wachsamkeit ist jedoch eine gute Präventionsmaßnahme. So merken potenzielle Täter schnell, dass sie nicht ungestört operieren könnten. Verdächtige Personen direkt anzusprechen, wie es die Zeugen beim Vorfall am 13. Mai taten, kann dabei durchaus sinnvoll sein. Wer dabei jedoch Bedenken habe, sollte lieber direkt die Polizei informieren, so Howanietz.

Doch zeigt die Polizei aufgrund der Vorfälle in den vergangenen Wochen jetzt mehr Präsens in den betreffenden Bereichen? Nein. „Wir können ja nicht an jeder Koppel einen Streifenwagen abstellen. Aber wir haben auf alles einen Blick“, stellt Howanietz klar.

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