Vorwurf sexueller Missbrauch: Angreifer drohen bis zu 5 Jahre Haft

hzSexueller Missbrauch

Ein Mann aus Tönisvorst hat einem Werner mutmaßlich mehrmals ins Gesicht geschlagen, als er ihn beschuldigte, sich an einem sieben Jahre alten Jungen vergehen zu wollen.

Werne, Tönisvorst

, 17.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dem Mann aus Tönisvorst, der im Verdacht steht, einem Mann aus Werne mehrfach mit der Hand ins Gesicht geschlagen zu haben, nachdem er ihn mit einem angeblich geplanten sexuellen Missbrauch eines Jungen konfrontiert hatte, drohen nun im Falle einer Verurteilung wegen Körperverletzung bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe.

Im vergangenen Mai war in den sozialen Netzwerken ein Video von einem Mann aufgetaucht, der einen in einem Auto wartenden Mann des geplanten sexuellen Missbrauchs an einem sieben Jahre alten Jungen beschuldigte. Seither steht ein Mann aus Tönisvorst im Verdacht, den 53 Jahre alten Mann aus Werne tätlich angegriffen zu haben.

Video war in sozialen Netzen Tausende Male geteilt worden

In dem Video, das Tausende Male geteilt wurde, war zu sehen, wie der mit seinem Handy filmende Tönisvorster auf den Werner zuging und ihn fragte, ob er den Urin eines siebenjährigen Kindes trinken wolle. Kurz darauf beleidigte der Tönisvorster den Werner, bevor es zu den Handgreiflichkeiten kam.

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Zunächst hatte sich die Staatsanwaltschaft Dortmund des Falles angenommen. Hier liegt auch der Fall des Werners wegen des Verdachts des versuchten Missbrauchs, der unmittelbar mit dem des Tönisvorsters zusammenhängt. Ende der zweiten Juliwoche ist diese Akte dann bei der Staatsanwaltschaft Wuppertal eingetroffen, wo der Fall nun weiterbearbeitet wird.

„Zu den genauen Tatabläufen und Hintergründen können aktuell noch keine weiteren Angaben gemacht werden, dies wird - nach einer ersten Sichtung der Akte durch die zuständige Dezernentin - Gegenstand der weiteren Ermittlungen sein“, sagt die Pressesprecherin und Staatsanwältin der Staatsanwaltschaft Wuppertal, Christina Laibold, am Donnerstag (16. Juli) auf Nachfrage.

Wie lange die Ermittlungen dauern, ist aktuell noch unklar

Der Mann aus Tönisvorst ist Laibold zufolge bereits vorher strafrechtlich in Erscheinung getreten, allerdings nicht im Rahmen von Gewaltdelikten. Da es sich bei dem Fall um ein noch junges Verfahren handele, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch keine verlässliche Aussage dazu getroffen werden, wie lang die Ermittlungen in dem Fall dauern, so Laibold. Nur so viel: „Es dürfte aber eher mittelfristig mit einer abschließenden Bearbeitung zu rechnen sein.“

Im Falle des Werners hatte die Polizei bereits Ende Mai die Wohnung des Beschuldigten in Werne durchsucht und sämtliche Datenträger mitgenommen, so der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Dortmund, Henner Kruse Ende Juni. Ob sein Verhalten allerdings schon strafrechtlich relevant sei, ist nun eine Frage, die es im Rahmen der weiteren Ermittlungen zu klären gilt.

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