Alleinerziehende Mutter von zwei Kindern im Krankenhaus - wer kann jetzt schnell helfen?

Sozialer Dienst Werne

Scheidung, Erziehungsprobleme oder eine überforderte Alleinerziehende - in solchen Fällen sind Sozialarbeiter eine wichtige Stütze. In Einzelfällen müssen sie Kinder aus den Familien holen.

Werne

, 01.08.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Alleinerziehende Mutter von zwei Kindern im Krankenhaus - wer kann jetzt schnell helfen?

Die Türen beim ASD und im Jugendamt stehen offen. Das nehmen Maik Rolefs, Jugendamtsleiter, Monika Eichmanns (M., Leiterin des ASD) und Wiebke Kramer (Sozialarbeiterin im ASD) wortwörtlich. © Andrea Wellerdiek

Normalerweise kommt sie gut allein zurecht. Schon seit Jahren erzieht die junge Mutter ihre beiden Kinder, ein Junge im Kindergarten-Alter und ein Mädchen im Grundschul-Alter, allein. Doch plötzlich wirft eine Krankheit die Mutter aus der Bahn. Sie muss ins Krankenhaus.

Wer kümmert sich jetzt um die Kinder? Denn auch die Großeltern, die nicht in der Nähe wohnen, können nicht helfen. Ein solches beispielhaftes Szenario kann eine alleinerziehende Mutter zur Verzweiflung bringen.

Prävention und Erziehungshilfen

Und in genau solchen und ähnlichen Situationen bieten die Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) des Jugendamtes der Stadt Werne eine hilfreiche Unterstützung. Dabei arbeiten die elf Mitarbeiter mit einem Drei-Säulen-Modell.

Es geht um präventive Maßnahmen wie niederschwellige Angebote (Theaterstücke zum Thema Alkoholismus) sowie Erziehungshilfen in Form von Beratung und die Vermittlung zu ambulanten oder stationären Hilfen.

Wenn das Kind aus der Familie genommen werden muss

Unter dem Punkt Schutz und Kontrolle kann es schließlich zum Äußeren kommen und ein Kind auch aus einer Familie genommen werden - wenn sich die Eltern nicht an die Absprachen mit den Sozialarbeitern halten.

„Das kommt hier sehr selten vor. Das passiert erst, wenn Angebote aus den beiden anderen Bereichen nicht mehr ausreichen“, erklärt Maik Rolefs, Jugendamtsleiter der Stadt Werne. Da gibt es ein vielfältiges Angebot, so der Jugendamtsleiter.

Abstimmung mit der Familie

In der Beratung und Betreuung gilt es, für jede Familie in der jeweiligen Situation ein individuelles Angebot zu finden. Dabei stehen aktuell vor allem Trennungs- und Scheidungsfälle an. Mindestens einmal wöchentlich geht es um Hilfe bei diesen Angelegenheiten, wie Mitarbeiterin Wiebke Kramer (25) erzählt.

Immer ist eine enge und regelmäßige Abstimmung mit der Familie und Institutionen wie Schulen notwendig. Dabei muss man sich als Beraterin geduldig zeigen, wie Monika Eichmanns, Leiterin des ASD, erklärt. Wie oft Gespräche geführt werden, sei ganz unterschiedlich.

Offene Sprechstunden

Beim beschriebenen Szenario mit der erkrankten alleinerziehenden Mutter würde es zunächst darum gehen, eine schnelle Lösung zu finden, so Eichmanns. So könnten kleine Kinder in eine Bereitschaftspflegefamilie kommen. „Für die Älteren gibt es Gruppenangebote oder eine Schutzstelle für Jugendliche“, so die 52-Jährige.

Für die Kinder und Jugendlichen selbst und die Eltern bietet der ASD offene Sprechstunden an: montags und freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr und donnerstags von 14.15 Uhr bis 17 Uhr.

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