Anke Hörsken vom gleichnamigen Deko- und Geschenkartikel-Geschäft an der Steinstraße unterstützt die Aktion von Hubertus Waterhues. © Jörg Heckenkamp
Lockdown in Werne

Werner Einzelhändler kämpfen für Ladenöffnung ab 8. März

Vor dem Spitzengespräch zur Corona-Lage macht der Werner Einzelhändler Hubertus Waterhues Druck. Gemeinsam mit anderen will er ein Ende des Lockdowns erreichen. Plakate sind gedruckt.

Am Mittwoch, 3. März, besprechen die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten gemeinsam mit der Kanzlerin das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Eine generelle Erlaubnis zur Öffnung von Geschäften scheint wohl nicht auf der Agenda zu stehen. Aber genau darum kämpft Einzelhändler Hubertus Waterhues. Er hat nicht nur gute Gründe, sondern Anfang der Woche zudem eine Plakataktion gestartet.

Er will zahlreiche Händler der Werner Innenstadt zum Mitmachen anregen. „In rund einem Dutzend Geschäfte“, so Waterhues am Dienstagmittag auf Anfrage der Redaktion, würden die von ihm gestalteten Plakate bereits hängen. Unter dem Motto „Rettet unsere Läden jetzt“ fordern die Kaufleute eine Öffnung ihrer Geschäfte ab kommendem Montag, 8. März.

Einzelhändler Hubertus Waterhues hat spontan eine Aktion für die Werner Händler gestartet mit dem Ziel, die Geschäfte ab 8. März wieder öffnen zu können.
Einzelhändler Hubertus Waterhues hat spontan eine Aktion für die Werner Händler gestartet mit dem Ziel, die Geschäfte ab 8. März wieder öffnen zu können. © Jörg Heckenkamp © Jörg Heckenkamp

Hubertus Waterhues führt etliche Gründe ins Feld. So würde das Robert-Koch-Institut die Corona-Ansteckungsgefahr in Einzelhandelsgeschäften zwischen „risikoarm und risikofrei“ beurteilen. Die Hochrisiko-Gruppe, „deren Überleben wir ein Jahr lang durch Verzicht gewährleistet haben“, sei nun geimpft oder zumindest stehe die Impfung unmittelbar bevor. Waterhues: „Die Hauptgefährdung ist damit vorbei.“

Künftig solle zudem vermehrt geimpft werden, eventuell von Hausärzten. Hinzu käme das verstärkte Angebot von Selbsttest. Schon jetzt ginge die Sterblichkeit zurück und die Belegung auf den Intensivstation sei rückläufig. „Wir haben lange verzichtet, jetzt wollen doch alle in den ‚Wir-wollen-wieder-leben‘-Modus zurück“, sagt Waterhues.

Dazu gehöre auch die Möglichkeit, in Fachgeschäften des stationären Einzelhandels wieder einkaufen zu können. Die Gefahr, dass die Kunden nach einer Öffnung die Läden geradezu stürmten, sieht er nicht. „Es ist doch so, dass die wenigen aktuell geöffneten Geschäfte stark frequentiert sind.“ Würde man mehr Betrieben diese Möglichkeit geben, würde sich alles besser verteilen.

Außerdem, darauf weist Waterhues besonders hin, würden die intensiven Schutzvorschriften in den Geschäften weiter gelten: „Spuckschutzwände, Einlass-Kontrolle, Desinfektion, Mindestabstände, Schnelltests für Mitarbeiter – das soll es ja alles weiter geben“, so der Händler.

Er und seine Werner Mitstreiter hoffen auf ein Einsehen der Politik. Waterhues, Inhaber von Bücher Beckmann, kann womöglich tatsächlich seine Buchhandlung ab 8. März wieder öffnen. Denn Buchhandlungen sollen, so ein Vorab-Bericht zur Runde am Mittwoch, bevorzugt behandelt werden. Waterhues weist daraufhin, dass ihm die Aktions-Idee schon zwei Tage vor dieser Vorab-Meldung gekommen ist.

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Redaktion Werne
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