Werner Ideenschmied stellt Konzepte gegen Ladenleerstände vor

hzWirtschaft in Werne

Leer stehende Ladenlokale sind alles andere als ein schönes Aushängeschild für eine Stadt. Weil das auch in Werne ein Problem ist, hat Kay Hirschhäuser sich mögliche Lösungen überlegt.

Werne

, 28.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst kürzlich hat Kay Hirschhäuser aus Werne es mit einem Vorschlag ins Fernsehen geschafft. Der lautete: Das Land solle den Kommunen in der Corona-Krise finanziell unter die Arme greifen, indem es ihnen 100 Euro pro Bürger zahlt. Nun hat Hirschhäuser die nächste Idee geschmiedet. Die bezieht sich zwar auch auf den lokalen Handel, ist aber diesmal nicht an Ministerpräsident Armin Laschet adressiert. Sondern vielmehr an die Stadt Werne.

Im Fokus sind dabei die Ladenleerstände in der Innenstadt. Davon gibt es derzeit gut 20. Im November 2019 hatte unsere Redaktion zuletzt eine Bestandsaufnahme gemacht und daraufhin Wernes Wirtschaftsförderin zur damaligen Situation befragt. Die Quintessenz des Gesprächs: Die Lage sei nicht gerade rosig, man versuche viel, um Interessenten zu finden, allerdings seien die Bemühungen zuletzt erfolglos geblieben.

Verschiedene Mietmodelle für den Handel in Werne

Aber irgendwie muss man diesem Zustand doch erfolgreich entgegenwirken können, dachte sich nun Kay Hirschhäuser. Und zwar trotz der aktuellen Corona-Krise - oder vielleicht gerade wegen der Krise. Sein Vorschlag umfasst verschiedene Mietmodelle. Der Grundgedanke: Bevor ein Lokal weiter leersteht, könnte es doch zumindest schon mal vorübergehend vermietet werden - und aus diesem kurzfristigen Mietverhältnis könnte dann idealerweise ein langfristiges werden.

Einen seiner Ansätze bezeichnet er als „Hop-on-Hop-off-Shop“. Das funktioniert ähnlich wie bei touristischen Stadtrundfahrten mit dem Bus. Nur dass keine Fahrgäste ein- und aussteigen, sondern eben Geschäftsleute vorübergehend ein Ladenlokal mieten - etwa zu besonderen Veranstaltungen wie Sim-Jü, der Maikirmes oder dem Straßenfestival. Vielleicht aber auch an Markttagen.

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Modell Nummer Zwei sieht ein dreimonatiges Mietverhältnis für Start-Up-Unternehmen vor. Unternehmensgründer könnten so testen, ob ihr Geschäft in Werne läuft. Ähnlich ist auch Hirschhäusers Konzept der „Season-Sale-Shops“ gestrickt - mit dem Unterschied, dass hier eben saisonale Produkte im Mittelpunkt stehen. Und schließlich schweben dem Werner Ideenschmied noch „Inszenierungsgeschäfte“ vor. Bevor die Schaufenster gänzlich leer bleiben, könnten doch andere Unternehmen die Geschäftsfläche als Werbe- oder Ausstellungsraum nutzen, so die Vorstellung.

„Ich habe zumindest noch nicht gehört, dass es so etwas wie Hop-on-Hop-off oder Dreimonatsmietverträge für Start-Ups im Umfeld von Werne gibt. Das wäre also ein Alleinstellungsmerkmal für unsere Stadt: Gerade in der jetzigen Situation, in der es so vielen Leuten dreckig geht, passt das doch wie die Faust aufs Auge“, sagt Hirschhäuser.

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Update (29. Mai): Inzwischen hat die Unabhängige Wählergemeinschaft Werne (UWG) den Werner Quartiersmanager in einem Schreiben um die Prüfung der Vorschläge hinsichtlich der Umsetzbarkeit und des potentiellen Nutzens (Reduzierung der Ladenleerstände) gebeten.

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