Großer Umsatzeinbruch bei Taxi Feldmann in Werne: „Die Leute haben Angst“

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Keine Partys, Veranstaltungen, Restaurantbesuche: Die Corona-Beschränkungen machen auch den Taxi- und Mietwagenfahrern zu schaffen. Ein Werner Familienunternehmen kämpft mit hohen Umsatzeinbußen.

Werne

, 15.11.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Montag, 2. November, befindet sich Deutschland im „Lockdown-Light“. Gastronomie, Hotels und Sportstätten müssen schließen. Das hat verstecke Auswirkungen, die auf den ersten Blick nicht zu sehen sind.

Wenn im öffentlichen Leben nichts los ist, leiden darunter auch die Taxi- und Mietwagenunternehmen. Schließlich sollen die Menschen ihre Kontakte so weit es geht verringern und auf nicht notwendige Reisen verzichten. Sich unter diesen Voraussetzungen in ein fremdes Auto zu setzen, scheint für viele keine Möglichkeit zu sein. Das spürt auch das Familienunternehmen Taxi & Mietwagen Feldmann in Werne.

Über Wasser halten

„Die Situation ist ähnlich wie im Frühjahr, wenn nicht sogar schlimmer. Der Umsatz geht um 50 bis 75 Prozent zurück“, sagt Inhaberin Ursula Feldmann, „es gibt ja keine Veranstaltungen mehr.“

Die Wochenendfahrten würden zum Großteil wegfallen. Zur Zeit gebe es hauptsächlich Kranken- und Schulfahrten. „Wenn wir nicht diese Schul- und Krankenfahrten hätten, wäre das nicht tragbar. Die halten uns über Wasser“, sagt Ursula Feldmann.

Sohn Christoph Feldmann fährt seit 18 Jahren Mietwagen und Taxis. Er fährt nebenberuflich ebenfalls im Familienunternehmen. „Die Feierlichkeiten sind weg, die Kneipen sind zu. Da hat man keine Fahrten zu erwarten", sagt er zur aktuellen Lage, „die Leute treffen sich halt nur noch im familiären Umfeld zu Hause“.

Vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie hätte das Familienunternehmen mit drei bis vier Autos ordentlich zu tun gehabt, jetzt wäre man höchstens zu zweit unterwegs.

Normalität im nächsten Jahr

Aber hat sich wenigstens die Lage nach dem ersten Lockdown im Frühjahr verbessert? Ursula Feldmann verneint: „Die Lage hat sich auch im Sommer nicht verbessert. Die Leute haben Angst, die gehen nicht mehr raus.“

Eine Verbesserung der Situation erwartet die Inhaberin erst im nächsten Jahr. „Ich glaube nicht, das sich es dieses Jahr noch ändert. Ich schätze, es wird noch bis zum nächsten Jahr andauern, bis wieder etwas Normalität einkehrt“, sagt sie.

Fahrten unter Hygienemaßnahmen

Die wenigen Fahrten, die noch stattfinden, finden unter besonderen Hygienemaßnahmen statt. So müssen Fahrer und Kunden natürlich Masken tragen. „Wir reinigen nach jeder Fahrt das Auto. Wir haben Desinfektionsmittel und säubern auch dort, wo die Kunden sitzen", sagt Ursula Feldmann.

Eine maximale Anzahl an Fahrtgästen sei gesetzlich zwar nicht vorgeschrieben. Dennoch achte man bei Taxi Feldmann darauf, dass nur eine Person transportiert werde. Diese müsse hinten im Wagen Platz nehmen. Bei mehr als zwei Fahrgästen greife man zum Großraumtaxi.

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