Birgit Böcker aus Werne ärgert sich über eine unbekannte Person, die Altöle in ihrer Restmülltonne entsorgte. © Andrea Wellerdiek
Müllentsorgung

Wernerin entdeckt fremdes Altöl in ihrer Mülltonne: „Das ist so eine Sauerei“

Fehlerhafte Müllentsorgungen erregen immer wieder Ärger in Werne. Nun entdeckte eine Bewohnerin unbekanntes Altöl in ihrer Mülltonne. Die Konsequenzen dafür muss sie selbst tragen.

Am Freitag (1. Oktober) wurden am Vormittag die Restmülltonnen im Pferdekamp in Stockum entleert. Nachdem Birgit Böcker von der Arbeit zurückkehrte, habe sie ihre Mülltonne an ihren gewöhnlichen Platz stellen wollen, sagt sie im Gespräch mit uns. Jedoch fiel der Wernerin direkt auf, dass der Deckel ihrer Tonne geöffnet war und sich ein großer grauer Sack darin befand. „Dann habe ich den Sack rausgeholt, geöffnet und dann waren da zwei Kanister drin, auf denen Frittier-Öl stand“, sagt Birgit Böcker, Anwohnerin des Pferdekamps.

Für die Entsorgung des Altöls ist die Wernerin selbst zuständig

Ein Blick in die zugeklebten Kanister habe schnell gezeigt, dass es sich um Altöl handelt. „Die Flüssigkeit war ganz ganz dunkel“, so Böcker. Der Umstand, dass eine fremde Person Altöl in ihrer Mülltonne entsorgt habe, macht die Wernerin wütend. „Das ist so eine Sauerei“, sagt sie. Insbesondere die Unverantwortlichkeit mancher könne sie nicht nachvollziehen. „Wie kann man so kopflos sein? Wie sollen wir denn dann grün in Deutschland werden?“

Zudem könne sie das Altöl nicht rechtmäßig entsorgen. Hingegen hätte der Besitzer es zurück zu seinem Händler bringen können, beschwert sich Böcker. „Ich kann ja jetzt nicht einfach zur Tankstelle fahren und denen das Öl geben.“

Am Montag (4. Oktober) habe die Wernerin daraufhin das Ordnungsamt über den Vorfall in Kenntnis gesetzt. Doch obwohl Böcker nicht verantwortlich für die Kanister mit Altöl sei, müsse sie diese eigenständig entsorgen und die aufkommenden Kosten übernehmen, erklärte ihr das Ordnungsamt.

Entweder könne sie es am 5. November zum Schadstoffmobil bringen oder es bei einer entsprechenden Annahmestelle in der Umgebung entsorgen. „Das ist eine Unverschämtheit“, so Böcker. Schließlich würde sie keine Schuld an der Situation tragen und die Entsorgung sei zeitaufwendig. „Jetzt könnte ich natürlich sagen, ich lasse das einfach in meiner Mülltonne liegen, mir doch egal, aber das will ich nicht“, sagt Böcker.

Quittung aufbewahren und Altöl beim Händler entsorgen

Wie Altöl ordnungsgemäß entsorgt werden muss, erklärt Andreas Hellmich, der Pressesprecher der GWA-Abfallberatung im Kreis Unna. Nach dem Kauf von Altöl sollten Bürger den Kassenbon gut aufbewahren. Denn wenn das übrig gebliebene Altöl entsorgt werden muss, kann es wieder zurück zum Händler gebracht werden. „Die Entsorgung preisen die Händler schon in den Verkaufspreis ein. Das sollte man dann auch in Anspruch nehmen“, sagt Hellmich.

Diejenigen, die wie Birgit Böcker unbekanntes Altöl in der eigenen Mülltonne entdecken, können das Altöl nicht zu einem Händler bringen, da sie keine entsprechende Quittung besitzen. In einem solchen Fall sollte das Altöl bei einer stationären Schadstoff-Annahme des Kreises entsorgt werden. Für die Stadt Werne würde sich Wertstoffzentrum Brückenkamp in Lünen anbieten. Zudem bittet Hellmich darum, Altöle nicht zu einem Schadstoffmobil zu bringen. Häufig seien diese nämlich nicht auf eine solche Entsorgung eingerichtet.

Wie das Altöl in ihre Mülltonne gelangt ist, würde Birgit Böcker gern wissen.
Wie das Altöl in ihre Mülltonne gelangt ist, würde Birgit Böcker gern wissen. © Andrea Wellerdiek © Andrea Wellerdiek

Zu beachten ist jedoch, dass die Entsorgung von Altöl bei einem Wertstoffzentrum mit Kosten verbunden ist. Der Preis für die Abgabe bei einer stationären Stelle beträgt ein Euro pro Liter. „Das hat den Hintergrund, dass das Öl ja eigentlich wieder zum Händler zurückgebracht werden soll“, sagt Hellmich. Kehrt das Altöl nämlich wieder zum Kreis zurück, müssen alle Bürger für die entsprechende Verwertung zahlen. „Deshalb sollen die Bürger angehalten werden, ihren Einkaufszettel zu behalten, damit das nicht zu Lasten aller geht“, führt er fort.

Bürger dürfen Kochöle und Frittierfette in der Restmülltonne entsorgen

Obwohl Birgit Böcker nicht verantwortlich für die Kanister mit Altöl sei, muss sie die Entsorgung sowie die Kosten selbstständig tragen. Die Ursache dafür ist, dass die GWA-Abfallberatung nicht mit Sicherheit nachweisen könne, von wem das Altöl tatsächlich stamme. „Damit möchten wir auch bezwecken, dass die Leute auf ihre Quittungen achten. Wenn das kostenfrei wäre, werden die nicht mehr so lange zur Seite gelegt“, sagt Hellmich.

Wenn sich Altöle nicht in einem Kanister befinden, sondern in der Mülltonne ausgelaufen sind, müsse derjenige Anwohner die kommunale Entsorgung auf diesen Vorfall hinweisen. In Werne wären die Stadtwerke dafür zuständig. Diese würde die betroffene Abfalltonne dann austauschen und im Nachhinein vernünftig säubern. „Das sind ja Schadstoffe. Die müssen immer gesichert werden“, so Hellmich. Damit solle vermieden werden, dass sich das Altöl ergießt und in das Grundwasser eintritt. „Mit einem Liter Altöl könnte man 1000 Liter Grundwasser verunreinigen“, erklärt er.

Zudem gibt Hellmich noch einen wichtigen Hinweis hinsichtlich verschiedener Öle und ihrer Entsorgung: „Kochöle, abgelaufene Öle von Salaten oder Frittierfette dürfen über die Restmülltonne entsorgt werden“. Hingegen sei die Entsorgung von Motorenölen in der Restmülltonne ein Umweltvergehen und eine illegale Entsorgung.

Wüsste man im Falle von Birgit Böcker, wer das Altöl in ihre Abfalltonne geworfen hat, könnte derjenige mit einer „empfindlichen Strafe“ rechnen. „Das müsste man dann bei der Stadt melden. Dafür müsste man aber wissen, wer es gewesen ist. Ansonsten hat das relativ kurze Beine und man kommt nicht weit“, sagt Hellmich.

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