Schuld sei der Estrich, versicherten vier Offizielle. Jetzt gibt man plötzlich dem Architekten die Schuld. Was denn nun? Und - hat die Stadt die Öffentlichkeit belogen?

Werne

, 08.06.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Montag, 27. Mai 2019. Morgens zum Redaktionsbeginn geht ein Anruf der Stadtverwaltung bei uns ein. Ob wir um 11 Uhr kurzfristig in den Kommunalbetrieb zu einem Pressegespräch kommen könnten? Können wir, welches Thema? „Darf ich nicht sagen“, lautete die Antwort.

Am 27. Mai platzte die Umzugs-Bombe

Wenig später gaben vier Personen die Antwort. Schuldezernent Alexander Ruhe, Frank Adamietz, Leiter des Kommunalbetriebes, Schulleiterin Claudia Funk-Bögershausen und Björn Rother vom Gebäudemanagement ließen eine kleine Bombe platzen: Der Umzug der Wiehagenschule müsse von den Sommer- auf die Herbstferien verlegt werden.

Ausführlich erläuterte das Quartett den Grund: Der zu langsam trocknende Estrich verhindere womöglich eine rechtzeitige Fertigstellung. Man wolle auf Nummer sicher gehen. Nein, Vorwürfe könne man deswegen niemandem machen.

Jetzt stellt sich heraus: Das ist nur die halbe Wahrheit. Womöglich ist es sogar gar keine Wahrheit.

Denn völlig überraschend gaben Dezernent Ruhe und KBW-Leiter Adamietz am Donnerstagabend, 6. Juni 2019, vor dem Schulausschuss eine ganz andere Version für die Verzögerung bekannt.

Völlig neue Begründung für die Verzögerung beim Umzug

Nicht einmal zwei Wochen nach der geheimnisvoll angekündigten Estrich-Pressekonferenz heißt es nun: Differenzen mit dem Architekten führten zu der Verzögerung. Ach ja, und teurer wird die ganze Chose auch noch. Vom Estrich war nur am Rande die Rede.

Auf meine Nachfrage am nächsten Tag war nicht genau herauszubekommen, ob der Estrich nun wirklich, wie damals dargelegt, extrem langsam trocknet. Oder ob er einfach verspätet verbaut werden konnte und daher noch nicht genug Zeit hatte, in Ruhe auszutrocknen. Meine Vermutung: Er trocknet ganz normal aus.

Und wenn das zutrifft, haben die Beteiligten am 27. Mai der Öffentlichkeit wissentlich die wichtigste Information, nämlich den Knatsch mit dem Architekten, vorenthalten.

Das darf man Lügen nennen!

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