Windkraft in Werne - Kommen zehn neue Anlagen?

Trotz Ökostrom-Reform

In Zukunft könnten bis zu zehn neue Windkraftanlagen in Werne errichtet werden. Die planungsrechtlichen Hürden hat die Stadt in diesem Jahr bereits genommen. Doch die Politik in Berlin debattiert derzeit über eine Reform der Ökostrom-Förderung. Das könnte sich auch auf Werne auswirken.

WERNE

, 01.06.2016 / Lesedauer: 3 min
Windkraft in Werne - Kommen zehn neue Anlagen?

Wo können in Herbern Windräder stehen?

In der Nacht zu Mittwoch tagten Vertreter von Bund und Ländern sechs Stunden lang und einigten sich vorerst auf nur einige Neuerungen. Für Werne von Interesse: Garantierte und subventionierte Abnahmepreise für Ökostrom soll es ab 2017 für neue Anlagen nur noch auf Ausschreibungen geben. Heißt: Bei Bau-Projekten sollen dann jene Firmen den Zuschlag erhalten, die die geringste Unterstützung verlangen.

Tut sich bald was in Wernes Nordosten?

Bei der Stadt zeigt man sich angesichts der Pläne der Bundesregierung entspannt. „Es ist nicht so, dass man deshalb aktiv nach Investoren für Windkraftanlagen gehen muss - die Investoren kommen schon selbst auf uns zu“, sagt Gabriele Stollbrink, Leiterin der Abteilung Stadtplanung bei der Stadt.

Jetzt lesen

Der Stadt selbst gehört eine bebauungsfähige Fläche in einer sogenannten Windkraft-Konzentrationszone. Dabei handelt es sich um eine festgesetzte Fläche, in der Windenergieanlagen im Außenbereich vorrangig zu errichten sind. In Werne gibt es davon fünf. Die städtische Fläche „Ost III“ ist 9,7 Hektar groß und liegt in Wernes Nordosten an der Grenze zu Wessel.

Antrag für 100 Meter hohe Anlage?

Hier will die Stadt noch in diesem Jahr den Bauantrag für eine bis zu 100 Meter hohe Windkraftanlage stellen, um die aktuelle geltenden Fördergelder noch zu erhalten. Mit bis zu fünf Millionen Euro – je nach Leistung und Windradart – könnte der Bau bei der Stadt zu Buche schlagen. „Es wird derzeit aber noch eine vertiefende Artenschutzprüfung durchgeführt“, sagt Stollbrink. Erste Artenschutzprüfungen wurden für den erstellten Teilflächennutzungsplan bereits getätigt.

Wie berichtet, stoßen die Pläne der Stadt auf Kritik der Bürgerinitiative Gegenwind: „Wir haben nichts gegen Windenergie, sind jedoch der Auffassung, dass die Stadt zu schnell handelt, berechtigte Einwände missachtet und unter anderem den Umweltschutz außer Acht lässt“, ließ Pressesprecher Dietmar Bülau jüngst verlautbaren. Die Initiative will rechtliche Schritte einleiten, für den Fall, dass die Pläne der Stadt auch von der Bezirksregierung genehmigt werden. „Da müssen wir aber abwarten, wie entschieden wird“, sagte Dietmar Bülau am Mittwoch.

An diesen Orten in Werne dürften Windräder stehen 

Die Roten und grünen Flächen markieren ehemalige mögliche Windkraftstandorte, die Anfang 2014 noch in Betracht gezogen wurden.  Gelb markiert sind die Flächen,  die nach dem neuen Konzept noch für neue Windräder in Betracht kommen.

Lesen Sie jetzt