Nach Wohnmobilbrand am Solebad: „Es war der Horror - mir schlottern immer noch die Knie“

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Ein 81-jähriger Lüner ist bei einem Wohnmobilbrand auf dem Solebadparkplatz in Werne am Samstag schwer verletzt worden. Bei den übrigen Wohnmobilisten sitzt der Schock auch am Tag danach noch tief.

Werne

, 25.10.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich hätten sich auf dem Parkplatz nahe des Werner Solebads am Samstag (24. Oktober) Karussells drehen sollen. Die „Mini-Sim-Jü“ sollte nach der Absage der traditionellen Werner Kirmes kleinen und großen Besuchern ein Lächeln ins Gesicht zaubern und zumindest ein bisschen Sim-Jü-Flair verbreiten. Eine Aufmunterung in Corona-Zeiten eben.

Bekanntlich fiel auch das Alternativ-Event aufgrund der Pandemie-Entwicklung ins Wasser. Und statt Karussells und Kinderlachen spielen sich auf dem Parkplatz am Hagen am Samstag (24. Oktober) dramatische Szenen ab. Gegen 9 Uhr wird die Werner Feuerwehr zum Parkplatz am Solebad alarmiert.

Das Einsatzstichwort: „Wohnmobil brennt - eine Person noch drin“. Aus bislang ungeklärter Ursache hat eines der abgestellten Fahrzeuge Feuer gefangen. Meterhoch schlagen die Flammen gen Himmel. Dunkle Rauchwolken steigen empor.

Wohnmobilist aus Lünen erleidet schwere Verbrennungen

„Das ist eines der besonders kritischen Stichwörter. Die Anspannung ist dann bei allen noch einmal etwas größer“, erklärt Feuerwehrsprecher Tobias Tenk am Sonntag auf Nachfrage unserer Redaktion. Auf dem Weg zum Einsatzort gehe man die Abläufe in solchen Fällen wohl noch etwas genauer durch, legt Atemschutz und Co. an, kontrolliert alles noch einmal, um später bloß keine Sekunde zu verlieren.

Auf dem Parkplatz nahe des Solebads bewahrheiten sich die schlimmsten Befürchtungen der Einsatzkräfte dann doch nicht. Die Person - ein 81-jähriger Mann aus Lünen - befindet sich bereits außerhalb des Wohnmobils. Mit schweren Verbrennungen und einer Rauchgasintoxikation. Der Mann hatte erfolglos versucht, das Feuer selbst zu löschen.

Ein Wohnmobilist aus Werne, der mit seinem Fahrzeug am Tag nach dem Brand noch auf einem der Stellplätze am Solebad parkt, berichtet im Gespräch mit unserer Redaktion von den dramatischen Szenen. Er selbst habe zunächst gar nichts von dem Feuer mitbekommen. Erst als er Lärm hörte und sein eigenes Fahrzeug verließ, blickte er in die Flammen. „Wenn du das siehst, dann willst du da rein und den Menschen rausholen“, sagt der Zeuge, der namentlich nicht genannt werden möchte.

Das Wohnmobil stand schnell voll in Flammen.

Das Wohnmobil stand schnell voll in Flammen. © Feuerwehr Werne

Die anderen Wohnmobilisten hätten ihn jedoch davon abgehalten, das Fahrzeug zu betreten. Der Grund: Sie hatten den 81-jährigen Lüner bereits in Sicherheit gebracht. „Trotzdem schlottern mir heute noch die Knie“, so der Werner weiter. Eine weitere Wohnmobilistin aus Selm, die zum Zeitpunkt des Brands allerdings nicht vor Ort war, zeigt sich am Sonntag vor allem besorgt um den Lüner: „So etwas ist der Horror. Ich kann dem Mann nur die Daumen drücken, dass es ihm bald besser geht.“

Der 81-Jährige war vor Ort medizinisch versorgt und dann in ein nahegelegenes Krankenhaus transportiert worden. Der angeforderte Rettungshubschrauber wurde laut Feuerwehrsprecher Tenk nicht benötigt.

Ein Großteil des Wohnmobils brannte ab - der Rest wurde noch am Samstag abgeschleppt.

Ein Großteil des Wohnmobils brannte ab - der Rest wurde noch am Samstag abgeschleppt. © Philipp Ostrop

Gegen die Flammen gingen die Feuerwehrleute unter Atemschutz mit Wasser und Schaum vor. Währenddessen kam es zu mehreren Explosionen von Gaskartuschen sowie des Kühlschrank-Kompressors des Wohnmobils. Zwei weitere 5 Kilogramm schwere Gasflaschen konnten noch rechtzeitig aus den noch intakten Außenflächen des Fahrzeugs geholt werden. Nach gut einer Stunde konnte die Einsatzstelle an die Polizei übergeben werden.

Im Einsatz waren insgesamt sieben Fahrzeuge mit 20 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Werne sowie jeweils ein Rettungswagen aus Werne und Lünen, ein Notarzt aus Werne, der Rettungshubschrauber Christoph 8 aus Lünen, die Polizei aus Werne sowie ein Abschleppunternehmen.

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