Christian Schmiegel und Doggenmix Bandit suchen eine neue Wohnung. Doch das ist gar nicht so einfach. © privat
Wohnungssuche

Wohnungssuche mit Hund – „Mit typischen Familienhunden ist es einfacher”

Ist die Wohnungssuche mit Hund ein Problem? Ein Werner hat sich dazu jedenfalls viele Gedanken gemacht. Er setzt auf Kreativität. Doch können Vermieter eigentlich pauschal Hunde verbieten?

Das gewünschte Objekt ist eine Wohnung im Kreis Unna im Erdgeschoss, am besten mit einem kleinen Garten. Die Bewerber: Ein alleinstehender 43-jähriger Mann mit einem Doggenmix, 55 cm Schulterhöhe. Das sind die Voraussetzungen, mit denen Christian Schmiegel, noch wohnhaft in Werne-Stockum, auf die Suche nach einer neuen Wohnung geht. Derzeit leben er und Bandit im Dachgeschoss. Doch der 43-Jährige wünscht sich besonders für seinen Hund eine Veränderung in Richtung Erdgeschoss.

Entsprechend hat er eine Anzeige in einem Online-Portal aufgegeben. Doch er weiß: Wenn er aus der Menge herausstechen will, muss er kreativ werden. „Familie mit Hund sucht Wohnung: Das liest man immer wieder. Also habe ich es etwas anders formuliert”, so Schmiegel. Herausgekommen ist eine Wohnungssuche, formuliert aus der Sicht von Bandit: „Ich suche für mich und mein Herrchen eine 2,5 bis 3 Zimmer Erdgeschosswohnung im Kreis Unna.” Und weiter: „Die jetzigen Mietparteien im Haus sagen, dass die mich so gut wie gar nicht hören. Auch nicht, wenn Herrchen arbeiten ist.”

Viel Feedback – aber keine Wohnung

Ein Foto von Bandit hat Christian Schmiegel direkt dazugestellt. „Mit den typischen Familienhunden ist es natürlich einfacher, als wenn man einen Hund hat, der einfach anders aussieht.” Um böse Überraschungen zu vermeiden, und damit potenzielle Vermieter sofort wissen, was für ein Hund das ist, habe er eben das Foto dazugestellt.

Auch bei Facebook hat er die Anzeige in diversen Gruppen geteilt. „Ich habe auch super Feedback dazu bekommen. Wegen einer Wohnung hat sich aber leider noch niemand gemeldet.” Er wisse aber auch, dass das nicht innerhalb von einer Woche funktioniert.

Ein Problem, dass auch Makler Josef Holtrup aus Werne kennt. „Es ist schon so, dass das Angebot für Mieter mit Hund oder Katze wesentlich kleiner ist”, so seine Erfahrung. Eigentümer täten sich bei Tierbesitzern schwerer. Dennoch ließen sich manche Vermieter noch überzeugen. Es gebe zudem auch Ausnahmen von der Regel. „Ich hatte letztens einen Fall, wo explizit nach einem Mieter mit Hund gesucht wurde.”

Grundsätzliches Verbot nicht zulässig

Grundsätzlich verbieten dürfen Vermieter die Haltung eines Hundes oder einer Katze übrigens nicht. „Es ist unzulässig, eine Tierhaltung grundsätzlich zu verbieten”, so Sebastian Fricke, Rechtsanwalt aus Dortmund. Jeder Einzelfall sei anders. „So müssen zum Beispiel die Größe und das Verhalten des Hundes und die Lage der Wohnung mit einbezogen werden.”

Fricke gibt ein einfaches Beispiel: „Wenn ein Dobermann in einer 20 Quadratmeterwohnung leben soll, dann kann das durchaus ein Grund für den Vermieter sein zu sagen, das will ich nicht. Wenn es aber um eine 200 Quadratmeter Wohnung geht, dann kann der Vermieter das nicht mehr einfach ablehnen.”

Auch wenn ein Hund bellt, sei das kein pauschales Ausschlusskriterium. „Wenn ein Hund mal bellt, wenn zum Beispiel jemand vorbeiläuft, kann man das nicht immer verhindern.” Anders sehe es, aus wenn ein Hund in der Nacht drei Stunden durchgehend bellt.

Es ist immer eine Einzelfallentscheidung

Es sei eben immer eine Einzelfallentscheidung. „Ein Vermieter kann die Tierhaltung aber von einer Zustimmung abhängig machen. Dann weiß er Bescheid und kann sein Ok geben, kann es aber nicht unbegründet verneinen.”

Wenn sich ein Vermieter für einen anderen Mieter entscheidet, weil der keinen Hund hat, dann könne man allerdings nichts machen. „Bei der Wohnungsvergabe darf nicht diskriminiert werden. Eine Hundehaltung fällt allerdings nicht darunter.”

Und so bleibt für Christian Schmiegel und Bandit zu hoffen, dass sich ein tierlieber Vermieter findet. Oder um Bandit zu zitieren: „Nun schnappe ich mir erstmal einen großen Knochen und drücke alle Pfoten, dass sich ein Hundeliebhaber mit passender Wohnung findet.”

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