Zechengeschichte: Was von der Kohle sichtbar bleibt

hzAbschied vom Bergbau

Der deutsche Steinkohle-Bergbau läuft Ende dieses Jahres aus. In Werne liegt das Ende der Kohlezeit bereits 43 Jahre zurück. Doch Zeugen dieser Zeit finden sich noch an diversen Orten.

Werne

, 12.12.2018, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Drei Generationen prägte der Bergbau unsere Stadt. Er sorgte zu Beginn des 20. Jahrhunderts für den Aufstieg eines Acker-Fleckens zu einer modernen, prosperierenden Kleinstadt. 1975 endete die Kohle-Zeit. Was erinnert heute daran:

Zechen-Verwaltungsgebäude

Das alte Verwaltungsgebäude der Zeche Werne.

Das alte Verwaltungsgebäude der Zeche Werne. © Helga Felgengräger (A)

Etwas zurückgelegen von der Kamener Straße und dadurch nicht sofort in den Blick fallend liegt das schöne, ehemalige Verwaltungsgebäude der Werner Zeche mit dem charakteristischen goldenen Schriftzug. Dort hat die Multhaup Industrieliegenschaften ihren Sitz, der die meisten Gebäude auf dem Werksgelände gehören. Die Gesellschaft entwickelt die Liegenschaften und vermietet sie an verschiedene Gewerbebetriebe.

Der Bergbau im Stadtmuseum

Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer vor einem historischen Bild der Zeche Werne.

Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer vor einem historischen Bild der Zeche Werne. © Jörg Heckenkamp

Im Stadtmuseum finden sich selbstverständlich Andenken an Wernes Kohlezeit – allerdings in einem vergleichsweise bescheidenen Rahmen. Auffälligstes Stück der kleinen Bergbau-Abteilung ist das historische Foto der kompletten Belegschaft bei der Abteufung des Schachtes im Jahre 1899. Museums-Chefin Dr. Constanze Döhrer kann sich vorstellen, die Bergbau-Geschichte Wernes künftig größer zu präsentieren.

Alter Förderwagen an der Saline

Die Lore am Gradierwerk.

Die Lore am Gradierwerk. © Vanessa Trinkwald

Neben der Boule-Bahn an der Saline findet sich ein alter Förderwagen – oft in der Öffentlichkeit platzierte Requisite der Bergbau-Tradition. Das Exemplar an der Saline hat allerdings schon bessere Tage gesehen. Im Volksmund hat sich der Begriff „Lore“ für diese Wagen eingebürgert, der ursprünglich aber wohl einen seitlich kippbaren Abraum-Transporter bezeichnete.


Fahrrad-Brücke über die Lippe

Die ehemalige Bergbahn-Brücke über die Lippe, heute ein Radweg.

Die ehemalige Bergbahn-Brücke über die Lippe, heute ein Radweg. © Rudi Zicke (A)

Rechts die Autobrücke über die Lippe, links davon die rote Radfahrer-Überquerung. Wo heute Radler oder Fußgänger die Lippe zwischen Rünthe und Werne überqueren, fuhren damals die Zechenbahnen und brachten das schwarze Gold zum Verschiffen zu den Transportbooten auf dem Datteln-Hamm-Kanal. Der Umbau von der Zechen- zur Fahrradfahrer-Brücke kostete damals rund 440 000 Euro.

Die ehemalige Turnhalle auf dem Zechengelände

Die Zechen-Turnhalle.

Die Zechen-Turnhalle. © Daniel Claeßen (A)

Schon oft haben Politik und Stadtentwickler über die Zukunft der alten Turnhalle auf dem Zechengelände diskutiert. Denkmalgeschützt ist das Gebäude zwar nicht, aber doch ein besonderer Zeitzeuge der Industrialisierung. Früher gingen die Arbeiterkinder der Köttersbergschule (heute Sparkassen-Filiale Stockumer Straße) zum Sportunterricht in die Turnhalle auf dem Zechenareal.

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