Zwei Millionen Zigaretten im LKW geschmuggelt

WERNE Ein paar Hundert Euro wollten vier Männer im März des vergangenen Jahres verdienen, indem sie sich an Zigarettenschmuggel im großen Stil beteiligten. Gestern mussten sie sich deshalb vor dem Dortmunder Schöffengericht verantworten.

von Von Irina Fernandes

, 11.01.2008, 07:24 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Staatsanwalt warf den vier Männern aus Werne, Hamm und Polen vor, am 28. März 2007 dabei geholfen zu haben, 10 350 Stangen Zigaretten am Zoll vorbei nach Deutschland zu schmuggeln - die zwei Millionen Zigaretten sollten in einer Halle in Unna von einem aus Polen kommenden LKW auf zwei Lieferwagen umgeladen werden. Die dabei verursachte Steuerhinterziehung beläuft sich auf 392 000 Euro.

Angeklagt waren zwei Männer aus Werne im Alter von 24 und 26, sowie ein 45-jähriger LKW-Fahrer aus Polen und ein 27-Jähriger aus Hamm. Ihm wurde zudem ein ähnlicher Schmuggel-Fall in der Industriestraße in Selm vorgeworfen. Alle vier Angeklagten räumten die Vorwürfe ein. Der 27-Jährige sagte aus, dass er von einem Polen angesprochen worden sei, ob er ihm helfen könne. "Ich brauchte Geld und sagte zu", bestätigte er gestern.

Zigaretten hinter Staubsaugern versteckt

Sein Kumpel, der angeklagte 26-Jährige, half ihm - und engagierte den 24-Jährigen. Der LKW-Fahrer wurde von den Hintermännern des Geschäfts in Polen angesprochen - sie versteckten in seinem LKW hinter Staubsaugern und Kaffeemaschinen die Zigaretten und lotsten ihn per Handy nach Unna. Dort scheiterte die Aktion, weil die Polizei anrückte und 22 Menschen festnahm.

Das Schöffengericht verurteilte den 27-Jährigen zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Der Pole bekam ein Jahr auf Bewährung, der 26-Jährige neun Monate auf Bewährung - beide müssen eine Geldauflage von 500 Euro zahlen, ebenso der 24-Jährige, gegen den das Verfahren eingestellt wurde.

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