In diesem Haus an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße hat ein 31-Jähriger mit Chemikalien experimentiert und eine Explosion ausgelöst. Die Hintergründe sind noch nicht klar. © Jörg Heckenkamp
Explosion in Werne

Zwei Tage nach Explosion in Werne: Rätselraten um Hintergründe

Nach der Explosion in einem Mehrfamilienhaus in Werne sind viele Fragen rund um den Vorfall noch offen. Insbesondere danach, warum und für welchen Zweck er den angeblichen Böller bauen wollte.

Zwei Tage nach der verheerenden Explosion in einem Mehrfamilienhaus an der Dietrich-Bonhoeffer-Straße am Samstag (10. April) in Werne gibt es bisher nur wenige weitere Erkenntnisse. Der 31 Jahre alte Mann aus Werne hatte am frühen Samstagmorgen beim Hantieren mit Chemikalien eine Explosion ausgelöst, bei der er sich Gesicht und beide Armen verbrannte.

Nach einer ersten Anhörung des Mannes habe dieser einen Böller bauen wollen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Warum und für welche Zwecke er diesen aber bauen wollte, ist weiterhin unklar.

Da der Mann noch im Krankenhaus liegt, habe ein rechtlich verwertbares Verhör noch nicht stattfinden können, so Vera Howanietz aus der Pressestelle der zuständigen Kreispolizeibehörde Unna. Da er in einem Strafverfahren beschuldigt sei, könne der Mann aber auch eine Aussage verweigern und sich anwaltlich vertreten lassen.

Auf 31-Jährigen kommt Verfahren wegen BTM-Verstoß zu

Weiter hieß es von Howanietz am Montagmittag, dass der Mann bereits polizeilich wegen anderer Dinge in Erscheinung getreten sei. In welche Bereiche diese aber gefallen waren, ließ die Polizeisprecherin offen. Wegen Sprengstoff sei der Mann bisher aber nicht auffällig geworden.

Klar ist außerdem, dass den Mann ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz (BTM) erwarte. Denn bei dem Mann wurden neben einem Computer und Speichermedien auch illegale Betäubungsmittel gefunden. Zum weiteren möglichen Strafmaß äußerte sich Howanietz wie folgt: „Man muss erst einmal gucken, was da so hinter steckt.“ Und das sei Sache der weiteren Ermittlungen. Für das Strafmaß seien dann auch Faktoren wie die Menge oder die bisherige Anzahl an Straffälligkeiten entscheidend. Und letztendlich Sache der Justiz.

LKA sprengte kritische Chemikalien auf Feld in der Nähe

Die Wohnung des Werners befindet sich in einem sehr gepflegten Mehrfamilienhaus mit acht Mietparteien in der ruhigen Seitenstraße der Goerdelerstraße. Die Polizei war am Samstagmorgen gegen 5 Uhr zur Dietrich-Bonhoeffer-Straße ausgerückt. Daneben wurde auch die Kriminalpolizei, die Feuerwehr zur Unterstützung sowie Sprengstoffexperten vom Landeskriminalamt aus Düsseldorf hinzugezogen.

Der 31-jährige Werner hatte sich nach der Explosion noch eigenständig in ein Krankenhaus begeben können, wurde dann aber wegen der Schwere seiner Verbrennungen in eine Spezialklinik verlegt. Vor Ort fanden die Beamten eine „nicht geringfügige“ Menge an verschiedenen Chemikalien. Zwei der Stoffe sprengten die Experten wegen Transportbedenken auf einem Feld in der Nähe.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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