Zweifel am Förderschulen-Konzept in Lünen

Schüler aus Werne

Rund 45 Förderschüler aus Werne wechseln wegen der Schließung der Barbaraschule nach den Sommerferien nach Lünen. Dort treffen sie mit Kindern aus Bergkamen und Lünen zusammen. Brigitte Plogmaker, Oma einer Förderschülerin, hat Angst, dass vieles schief gehen könnte

WERNE

, 26.07.2016, 15:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Werner Förderschüler gehen ab Sommer auf die Friedrich-Ebert-Schule in Lünen.

Werner Förderschüler gehen ab Sommer auf die Friedrich-Ebert-Schule in Lünen.

Plogmaker setzt sich für die Belange ihrer Enkelin und der anderen Barbaraschüler ein. „Ich garantiere Ihnen, da läuft zum Schulstart nichts rund“, sagt sie. „Wir haben uns vergangenen Monat die Schule angeschaut. Da ist noch nichts fertig“, sagt die Wernerin.

Auch die Schülerzahlen bereiten ihr Sorgen. „Ursprünglich hieß es, 260 Schüler. Jetzt sind es 315“, sagt sie. Ihre telefonische Nachfrage bei der Schule, was denn ihre Enkeltochter zum ersten Schultag mitbringen sollte, sei höchst unbefriedigend verlaufen: „Einen Stift und einen Zettel, das würde reichen, haben die gesagt“, erklärt Plogmaker.

Klassen sollen 13 bis 14 Schüler haben

Schulleiter Kunibert Kampmann kann die Sorgen der Familien verstehen. Er glaubt aber, dass sie unbegründet sind. Zwar sei es richtig, dass die Schülerzahl auf 315 angestiegen sei. „Aber den Richtwert von 13 bis 14 Schülern pro Klasse werden wir weitestgehend halten können“, verspricht er. 

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Einzige Unwägbarkeit: Sollten in den nächsten Wochen weitere Zuweisungen erfolgen, könnten die Klassen größer werden. Das Mobiliar für das neue Förderzentrum sei bestellt. Der Schulleiter: „Wenn die Firmen die zugesagten Liefertermine einhalten, ist alles rechtzeitig da.“

Schüler sollen langsam zusammenfinden

Dass die Kinder zum ersten Schultag nur Zettel und Stift mitbringen sollen, sei richtig. Denn der genaue Stundenplan, die benötigten Materialien und Schulbücher und so weiter könne man sinnvollerweise erst in den ersten Tagen ordern.

Ein Grund: „Die Schüler stammen von drei verschiedenen Schulen mit unterschiedlichem Standard“, wie Kampmann sagt. Da müsse sich einiges erst finden. 

Offizieller Start am 1. August
Am 1. August wird aus der kommunalen Friedrich-Ebert-Schule in Lünen einer von drei Standorten des Förderzentrums Nord in Trägerschaft des Kreises Unna. Die anderen beiden sind in Selm und Unna. Rund 525 Schüler werden das kommende Schuljahr im Förderzentrum antreten – etwa 315 davon werden in Lünen unterrichtet. Der erste Schultag ist offiziell der 24. August.

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